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Der Druck auf die Unternehmen des umstrittenen Geschäftsmanns Chen Zhi nimmt weiter zu. In Singapur versuchen mehrere mit ihm verbundene Firmen nun gerichtlich Zugang zu einem Teil der mehr als 150 Millionen Dollar an Vermögenswerten zu erhalten, die Ende Oktober eingefroren wurden. Die Beschlagnahme folgte kurz nachdem die Vereinigten Staaten Chen Zhi als Dreh- und Angelpunkt eines internationalen Netzwerks von Online-Betrugszentren benannt hatten.
Aus von Bloomberg eingesehenen Unterlagen geht hervor, dass vier in Singapur registrierte Unternehmen einen gerichtlichen Antrag gestellt haben, um eingefrorene Konten bei Malayan Banking und Revolut teilweise wieder freizugeben. Dazu zählt unter anderem DW Capital Holding, das Family Office von Chen Zhi. Auch Capital Zone Warehousing wird genannt.
Nach Angaben ihres Anwalts, Clarence Lun, beantragen die Unternehmen eine “begrenzte Freigabe” von Geldern. Dies ist nötig, um Löhne, Rechtskosten, Miete und operative Ausgaben zu bezahlen. In einer Erklärung sagt CFO Karen Chen Xiuling, die Beschlagnahme setze die Beschäftigten stark unter Druck. “Diese Situation verursacht ernste Probleme für die Mitarbeiter und ihre Familien,” ließ sie über ihren Anwalt mitteilen.
Der Antrag folgt auf eine Reihe einschneidender Maßnahmen gegen Chen Zhi, den Vorsitzenden der kambodschanischen Prince Holding Group. Die Vereinigten Staaten setzten ihn vergangenen Monat auf eine Sanktionsliste. Sie beschuldigen ihn, eine transnationale kriminelle Organisation zu führen, die groß angelegte Online-Betrugsnetzwerke betreibt.
US-Behörden geben an, über diese Netzwerke seien den Opfern weltweit Milliardenbeträge abgenommen worden. In derselben Aktion wurden zudem rund 15 Milliarden Dollar in Bitcoin beschlagnahmt. Laut dem US-Justizministerium handelte es sich um die größte Krypto-Beschlagnahme aller Zeiten.
Kurz darauf beschlagnahmte Singapur lokale Vermögenswerte von Chen Zhi und der Prince Group. Darunter Bankkonten, Immobilien und Fahrzeuge im Wert von mehr als 150 Millionen Singapur-Dollar.
Die Gruppe weist alle Vorwürfe weiterhin zurück. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt die Prince Group, die Anschuldigungen seien “unbegründet”. Sie behauptet, die Vorwürfe seien dazu gedacht, die “rechtswidrige Beschlagnahme von Unternehmensvermögen zu rechtfertigen”.
Der Fall steht nicht für sich allein. Die Bekämpfung groß angelegter asiatischer Betrugsnetzwerke hat in den vergangenen Monaten weltweit Priorität erhalten. Die USA kündigten diese Woche sogar eine spezielle Scam Center Strike Force an. Sie zielt darauf ab, die kriminellen Organisationen hinter kryptobezogenem Betrug in Südostasien zu zerschlagen.
In dem früheren Artikel erklärten wir, wie US-Ermittlungsbehörden angeben, dass solche Netzwerke jährlich bis zu 10 Milliarden Dollar erbeuten. Das geschieht über gefälschte Krypto-Plattformen und Anlagebetrug.
Noch ist unklar, ob das Gericht in Singapur dem Antrag auf Freigabe von Mitteln stattgeben wird. Die Ermittlungen in den USA wie auch in Singapur laufen weiter, und mehrere beteiligte Unternehmen und Personen stehen auf internationalen Sanktionslisten.
Die Prince Group hat inzwischen eine US-Kanzlei mandatiert, um die beschlagnahmten Bitcoin zurückzufordern. Ihren Angaben nach wurde das digitale Vermögen “rechtswidrig entzogen”.
Der juristische Streit um Chen Zhi und sein Netzwerk scheint damit gerade erst zu beginnen.
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