Die amerikanische Investmentgesellschaft SharpLink steht unter Druck. Das Unternehmen, das als das Ethereum-Äquivalent von Strategy angesehen wird, ist weniger wert als seine eigenen Kryptoreserven. Der Marktwert ist unter das Niveau seines Ethereum-Besitzes gefallen – eine seltene und bemerkenswerte Situation.

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SharpLink weniger wert als das Ethereum, das es besitzt
SharpLink hat laut den neuesten Zahlen Ethereum im Wert von 3,29 Milliarden Dollar, während die gesamte Börsenbewertung des Unternehmens bei etwa 3,24 Milliarden Dollar liegt. Das bedeutet, dass Investoren das Unternehmen weniger schätzen als die Kryptowährung, die es in der Kasse hat.

Laut Analysten ist eine solche Situation selten. Normalerweise handeln börsennotierte Unternehmen mit Kryptowährung in der Kasse zu einem Aufschlag, weil Investoren zukünftige Renditen oder zusätzliche Kapitalströme einrechnen. „Wenn der Marktwert niedriger ist als der Wert des Besitzes, sehen viele Händler das als ein konträres Signal“, sagt Marktbeobachter Kuai Dong.
Gleichzeitig kündigte SharpLink letzte Woche ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1,5 Milliarden Dollar an. Damit möchte das Unternehmen fast die Hälfte des aktuellen Börsenwerts zurückkaufen, ein ungewöhnlich großer Schritt, der die Ethereum-Kurse vorübergehend nach oben trieb.
Boden für Ethereum in Sicht?
Die Frage ist, ob dies alles auf einen Boden für Ethereum hindeutet. Die Münze selbst fiel gestern um etwa fünf Prozent und notierte bei rund 4.415 Dollar. Ökonom Donald Dean rechnet in seinen Modellen mit hohen Kurszielen für SharpLink, wenn Ethereum wieder steigt. Bei einem Ethereum-Kurs von 5.000 Dollar könnte die Aktie auf mehr als 40 Dollar steigen, mehr als das Doppelte des aktuellen Niveaus.
Dennoch gibt es auch Kritik. So weist der Krypto-Kommentator Grubles darauf hin, dass das Staking von Ethereum weniger einbringt als US-Staatsanleihen. Seiner Meinung nach liefert SharpLink den Aktionären dadurch weniger Rendite, als möglich wäre.
Für viele Investoren geht es jedoch weniger um die Details des Geschäftsmodells, sondern mehr um das breitere Signal. Dass ein Börsenfonds unter dem Wert seines Kryptobesitzes handelt, wird als ein Moment der Kapitulation auf dem Markt angesehen. Für einige ist das gerade der Punkt, an dem ein neuer Aufwärtstrend beginnen könnte.
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