Der Betrug mit Memecoins hat kürzlich einen Höhepunkt erreicht, nachdem eine Gruppe von Personen den argentinischen Präsidenten Javier Milei dazu brachte, ihre Memecoin namens Libra zu bewerben. Kurz nachdem Milei auf Elon Musks X seine Unterstützung für Libra ausgesprochen hatte, stürzte der Kurs der Währung in sich zusammen.
Man fragt sich oft, warum es so schwierig ist, die Gründer solcher Projekte zur Rechenschaft zu ziehen. Die SEC gibt nun einige Einblicke dazu.
Memecoins fallen nicht unter das Wertpapiergesetz
Die SEC ist die Finanzaufsichtsbehörde der Vereinigten Staaten und bestätigte gestern, dass Memecoins nicht unter das Wertpapiergesetz fallen. Das bedeutet in erster Linie, dass sie sich nicht bei der SEC registrieren lassen müssen und somit weitgehend freie Hand haben.
Laut der SEC kann man Memecoins als „Sammlerstücke“ betrachten, obwohl sie auf digitalen Plattformen frei gehandelt werden können und sich sehr leicht kaufen und verkaufen lassen.
Im Gegensatz zu beispielsweise Pokémon-Karten ist es damit deutlich einfacher, Memecoins zu erwerben und zu veräußern. Innerhalb einer Minute kann man eine Wallet erstellen und weltweit loslegen.
Das macht sie besonders anfällig für groß angelegten Betrug, bei dem Influencer sie bewerben und „normale Leute“ ihre Ersparnisse verlieren. In dieser Hinsicht ist es fraglich, ob es für die Kryptoindustrie wirklich ein Vorteil ist, dass die SEC eine so lockere Haltung einnimmt.
Betrug kann von der SEC verfolgt werden
Das bedeutet jedoch nicht, dass Betrug straffrei bleibt. Die Frage ist nur, inwieweit die SEC tatsächlich dagegen vorgehen wird – insbesondere bei kleineren Projekten.
Grundsätzlich ist bei jeder Memecoin klar, dass es sich um eine Form der Abzocke handelt, bei der vor allem die Initiatoren versuchen, auf Kosten ahnungsloser Anleger Gewinne zu erzielen. Warum sollte es also nicht möglich sein, deren Einführung grundsätzlich unter Strafe zu stellen?
Nur weil eine Memecoin ein niedliches Bild eines Hundes oder einer Katze als Logo hat, macht das sie nicht zu einer „harmlosen Währung“. Die Herausgeber vermitteln dieses Gefühl zwar bewusst, doch in Wirklichkeit geht es nur darum, den Coin zu möglichst hohen Preisen auf den Markt zu werfen und schnell Kasse zu machen.
In dieser Hinsicht erleben wir eine Entwicklung unter Donald Trump, über die wir uns nicht allzu sehr freuen sollten.
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