Die US-Notenbank Federal Reserve hat bei ihrer letzten Sitzung ein bemerkenswertes Signal ausgesendet. Zwar blieb der Leitzins unverändert, doch aus den Protokollen geht hervor, dass mehrere Entscheidungsträger nicht nur zurückhaltend gegenüber neuen Zinssenkungen sind, sondern sogar eine Anhebung erwägen, falls die Inflation hartnäckig hoch bleibt.

Damit ändert sich der Ton deutlich. Während der Markt zuvor mit weiteren Lockerungen rechnete, deutet die Zentralbank nun an, dass sie sich von neuen Senkungen distanziert.

Protokolle zeigen restriktivere Haltung

Aus dem Bericht der Sitzung geht hervor, dass die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Federal Reserve der Meinung sind, dass die Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt zurückgegangen sind. Gleichzeitig halten sie das Risiko einer anhaltenden Inflation weiterhin für gegeben.

Die „überwiegende Mehrheit” stellte fest, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung der Beschäftigungslage in den letzten Monaten verringert hat. Demgegenüber könnte sich die Inflation als hartnäckiger erweisen als zuvor erwartet.

Einige Mitglieder gingen noch einen Schritt weiter. Sie warnten davor, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik bei weiterhin erhöhten Inflationsraten falsch interpretiert werden könnte. Dies könnte ihrer Meinung nach den Eindruck erwecken, dass die Zentralbank weniger entschlossen ist, ihr Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen.

Zwar deuten die Protokolle nicht darauf hin, dass eine Mehrheit aktiv auf eine Zinserhöhung hinarbeitet, doch wird klar, dass die Unterstützung für eine neue Senkung abnimmt.

Zinsen bleiben stabil, Uneinigkeit im Komitee

Bei der Sitzung stimmte das Federal Open Market Committee mit zehn zu zwei Stimmen für die Beibehaltung des Leitzinses in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.

Zwei Gouverneure sprachen sich für eine Senkung um 25 Basispunkte aus. Gleichzeitig wurde in der offiziellen Erklärung eine Passage gestrichen, in der zuvor auf erhöhte Risiken für den Arbeitsmarkt hingewiesen wurde.

Eine kleinere Gruppe von Entscheidungsträgern erklärte in den Protokollen, offen für weitere Senkungen zu bleiben, sofern die Inflation wie erwartet weiter zurückgeht. Die meisten betonten jedoch, dass der Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung langsamer verlaufen könnte als zuvor angenommen.

Spannungen mit Donald Trump

Die veränderte Haltung der Federal Reserve könnte zu Spannungen mit Donald Trump führen. Er hat wiederholt niedrigere Zinsen gefordert, um Hauskäufer und Unternehmen wirtschaftlich zu entlasten.

Kurz nach der Sitzung kündigte Trump an, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Zentralbank nominiert zu wollen, sobald die Amtszeit von Jerome Powell endet. Dies könnte die Dynamik zwischen dem Weißen Haus und der Federal Reserve weiter belasten.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, dass aktuelle Preisdaten zeigen, dass die Inflation „kühl und stabil“ geworden ist. Daher sei es laut Regierung an der Zeit, dass die Zentralbank die Zinsen senkt.

Aktuelle Zahlen zeigen gemischtes Bild

Seit der Sitzung wurden neue Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar moderat, auch dank niedrigerer Energiekosten. Die Kerninflation, bei der Lebensmittel und Energie unberücksichtigt bleiben, stieg wie erwartet an.

Zugleich wuchs die Beschäftigung stärker als seit mehr als einem Jahr, und die Arbeitslosenquote sank unerwartet. Das deutet auf einen stabilen Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2026 hin.

Mehrere Entscheidungsträger betonten nach der Sitzung, dass die stabilen wirtschaftlichen Bedingungen ihnen Raum geben, bei künftigen Zinsanpassungen geduldig zu bleiben.

Anleger haben ihre Erwartungen für schnelle Zinssenkungen mittlerweile nach unten korrigiert. Dennoch deuten Terminkontrakte weiterhin darauf hin, dass eine erste Senkung bis Juni durchaus möglich ist.

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