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Der deutsche Leitindex zeigt sich am Freitag volatil. Nach einem kurzzeitigen Erholungsversuch am Vormittag notiert er im Tagesverlauf leicht im Minus. Hauptbelastungsfaktor bleibt die geopolitische Eskalation im Nahen Osten, die zu einer signifikanten Verteuerung von Energieträgern führt und Sorgen vor einer anhaltenden Inflation schürt.
Im Tagesverlauf notiert der DAX bei rund 23.785 Punkten, was einem Rückgang von 0,13 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Während der Index im Tageshoch noch die Marke von 24.030 Punkten testete, markierte das Tagestief bei 23.737 Punkten den vorläufigen Boden. Analysten sprechen von einer Phase der defensiven Neuausrichtung vieler Marktteilnehmer.
Die aktuellen Marktdaten im Überblick:

Die Verschärfung des Konflikts im Nahen Osten und die damit verbundenen Risiken in der Straße von Hormuz haben den Ölpreis der Sorte Brent seit Beginn des Monats um schätzungsweise 25 bis 30 Prozent steigen lassen. Die Eurozone und insbesondere Deutschland als Netto-Importeur von fossilen Brennstoffen sind von dieser Entwicklung deutlich stärker betroffen als die USA.
Besonders kritisch wird die Lage am Gasmarkt bewertet: Die Gaspreise haben sich in Deutschland nahezu verdoppelt, während die Lagerstände mit 21 Prozent auf einem saisonal niedrigen Niveau liegen.

Sollte die aktuelle Kältewelle anhalten, drohen der energieintensiven deutschen Industrie bei anhaltenden Lieferengpässen spürbare Produktionseinbußen. Die daraus resultierende Schwächung der Kaufkraft dämpft zudem die Binnennachfrage und belastet die Gewinnmargen im Mittelstand.
Die hohen Energiekosten lassen die konjunkturellen Risiken steigen. Ökonomen weisen darauf hin, dass ein dauerhafter Ölpreis-Anstieg die allgemeine Inflationsrate (Headline-Inflation) in der Eurozone signifikant nach oben treiben könnte. Historisch betrachtet führt ein Anstieg des Ölpreises um 10 Prozent zu einer Steigerung der sogenannten Headline-Inflation um etwa 0,11 Prozentpunkte. Nachdem die Jahresinflation im Februar noch bei 1,9 Prozent lag, rechnen Analysten nun mit einem möglichen Anstieg auf über 2,5 Prozent, sofern die geopolitischen Spannungen anhalten.
Deutschland bleibt aufgrund seiner Abhängigkeit von internationalen Lieferrouten und LNG-Importen – unter anderem aus Katar – anfällig für externe Schocks. Die aktuelle Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar verstärkt diesen Effekt zusätzlich, da Rohstoffe weltweit primär in Dollar fakturiert werden.
Marktteilnehmer richten nun ihren Blick auf die EZB-Zinssitzung in der kommenden Woche. Von den Währungshütern werden erste Signale erwartet, wie die Notenbank auf die Kombination aus drohenden Wachstumsrisiken und steigendem Preisdruck reagieren wird. Während einige Analysten eine abwartende Haltung prognostizieren, wächst am Markt die Sorge vor einer „Stagflation“ – einer Phase stagnierenden Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation.
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