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Das XRP Ledger, das Blockchain-Netzwerk hinter der Kryptowährung XRP, ergreift Maßnahmen, um sich gegen das Aufkommen von Quantencomputern zu wappnen. Ripple arbeitet dafür mit dem Cybersecurity-Unternehmen Project Eleven an einer neuen Sicherheitstechnologie zusammen, die künftigen digitalen Angriffen standhalten soll.

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung sogenannter Post-Quanten-Sicherheitslösungen. Das sind kryptografische Techniken, die auch sicher bleiben, wenn Quantencomputer leistungsstark genug werden, um die derzeitige Verschlüsselung zu knacken.

XRP Ledger rüstet sich gegen neue Cyberbedrohung

Nahezu alle großen Blockchain-Netzwerke, darunter Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Solana (SOL) und XRP, nutzen Kryptografie zur Absicherung von Transaktionen und Wallets. Diese Systeme sind derzeit sicher gegenüber herkömmlichen Computern, könnten aber in Zukunft anfällig für Quantencomputer werden.

Quantencomputer nutzen eine völlig andere Art der Berechnung und könnten bestimmte Formen der Verschlüsselung viel schneller brechen als aktuelle Systeme.

Obwohl solch fortschrittliche Quantencomputer noch nicht existieren, wächst die Besorgnis in der Tech-Branche schnell. Experten erwarten, dass das Risiko gegen Ende der 2020er oder Anfang der 2030er Jahre ernsthaft werden könnte.

Ripple arbeitet mit Project Eleven zusammen

Ripple schließt sich daher mit Project Eleven zusammen, einem Unternehmen, das auf Post-Quanten-Kryptografie und Cybersicherheit spezialisiert ist.

Laut einer Pressemitteilung wollen beide Parteien nicht nur die Post-Quanten-Sicherheit erforschen, sondern auch tatsächlich im XRP Ledger-Netzwerk umsetzen.

Project Eleven wird unter anderem die Infrastruktur des XRP Ledger auf mögliche Schwachstellen gegenüber Quantenangriffen untersuchen. Dabei werden Validatoren, Wallets, Aufbewahrungslösungen und Netzwerkkomponenten überprüft.

Zusätzlich arbeiten die Unternehmen an hybriden Sicherheitssystemen, die bestehende Kryptografie mit neuer, quantensicherer Technologie kombinieren. Auch wird an einem Prototyp für ein quantensicheres Aufbewahrungs-Wallet gearbeitet.

Ripple sieht Vorteile innerhalb des XRP Ledger

Nach Angaben von Ripple verfügt das XRP Ledger bereits über Funktionen, die einen Übergang zur quantensicheren Sicherheit erleichtern.

So unterstützt das XRP Ledger die sogenannte Schlüsselrotation, mit der Nutzer ihre Sicherheitsschlüssel erneuern können, ohne eine neue Wallet-Adresse erstellen zu müssen. Auch kann das Validator-Netzwerk Updates koordiniert durchführen, ohne große Störungen für die Nutzer zu verursachen.

Dadurch könnte der Übergang zu neuen Sicherheitsstandards relativ reibungslos verlaufen.

„Die Bedrohung durch Quantencomputer ist kein theoretisches Szenario mehr, sondern eine technische Herausforderung mit einem klaren Zeitplan“, so J. Ayo Akinyele, Leiter der Engineering-Abteilung bei RippleX.

IBM und Google verzeichnen Fortschritte bei Quantencomputern

Das Interesse an quantensicherer Sicherheit wächst weltweit. Regierungen und Technologieunternehmen investieren zunehmend in neue Standards, die künftigen Quantenangriffen standhalten können.

Die Vereinigten Staaten wollen beispielsweise spätestens bis 2035 anfällige Verschlüsselungsmethoden vollständig aus föderalen Systemen entfernen.

Gleichzeitig machen Unternehmen wie IBM und Google Quantum AI immer mehr Fortschritte im Bereich Quantencomputing. IBM arbeitet an einem System mit etwa 200 logischen Qubits bis 2029, während Google an neuen Quantenchips und Fehlerkorrekturtechnologien weiterentwickelt.

Aktuelle Verschlüsselung möglicherweise schneller verwundbar

Jüngste Untersuchungen legen nahe, dass moderne Verschlüsselung möglicherweise schneller geknackt werden kann, als zuvor gedacht, sobald leistungsstarke Quantencomputer verfügbar sind.

Vor allem RSA-2048 und elliptische Kurvenkryptografie, Technologien, die häufig in Kryptowährungen verwendet werden, könnten langfristig anfällig werden.

Experten warnen zudem vor sogenannten „Harvest Now, Decrypt Later“-Angriffen. Dabei speichern Hacker heute bereits verschlüsselte Daten, um diese später mit Hilfe von Quantencomputern zu entschlüsseln.

Kryptosektor bereitet sich auf Post-Quanten-Ära vor

Obwohl es derzeit noch keinen Quantencomputer gibt, der Blockchains direkt knacken kann, wächst der Druck auf die Kryptobranche, sich rechtzeitig vorzubereiten.

Neue internationale Standards für Post-Quanten-Sicherheit, darunter Kyber und Dilithium, gewinnen deshalb schnell an Popularität. Der Wechsel zu dieser Technologie wird laut Experten jedoch noch Jahre dauern.

Mit der Zusammenarbeit zwischen Ripple und Project Eleven positioniert sich das XRP Ledger als eines der ersten großen Blockchain-Netzwerke, das aktiv an der Absicherung gegen die Risiken von Quantencomputern arbeitet.

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