Brad Garlinghouse, der Chef von Ripple, ist der Ansicht, dass der amerikanische Kryptosektor an einem entscheidenden Wendepunkt steht. Er sieht endlich ernsthafte Fortschritte in Richtung klarerer Regelungen, was das Ende einer Phase einläuten könnte, in der die Branche vor allem durch Klagen und Durchsetzungen bekämpft wurde.
Seine Botschaft ist ungewöhnlich deutlich: Was in den letzten Jahren geschah, war seiner Meinung nach im Grunde eine Art Gesetzgebungskrieg gegen Krypto.
Garlinghouse sieht Ende einer Ära der „Lawfare“
Bei einem Auftritt auf dem Semafor World Economy-Event erklärte Garlinghouse, dass die jüngste Zusammenarbeit zwischen der US Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) einen bedeutenden Umbruch darstellt.
Seiner Meinung nach ist dieser gemeinsame Ansatz wichtig, weil er zeigt, dass die amerikanischen Aufsichtsbehörden weniger gegeneinander arbeiten und weniger aggressiv auf die Branche reagieren. Für ihn bedeutet das das Ende einer Phase, in der Krypto hauptsächlich durch rechtlichen Druck angegangen wurde, anstatt durch klare Gesetzgebung.
Der Gedankengang dahinter ist simpel:
- die Kryptobranche wurde jahrelang von vielen Klagen und Regulierungen überrollt;
- klare gesetzliche Rahmenbedingungen blieben jedoch aus;
- jetzt nähern sich die Aufsichtsbehörden einander an und das verändert das Spielfeld;
- dadurch entsteht Raum für einen normaleren und berechenbareren Ansatz.
Frust in Washington könnte Durchbruch bringen
Garlinghouse sagt, dass gerade die zunehmende Frustration in Washington ihn optimistisch stimmt. Denn oft ist dies der Moment, an dem Politiker und Entscheidungsträger letztlich bereit sind, Kompromisse einzugehen.
Mit anderen Worten: Je länger die Unklarheit anhält, desto größer ist die Chance, dass der Druck schließlich so stark wächst, dass doch eine gesetzliche Regelung kommt.
Das ist seiner Meinung nach genau das, was derzeit in den Vereinigten Staaten geschieht.
CLARITY Act bleibt laut Ripple unverzichtbar
Dennoch ist Garlinghouse nicht völlig beruhigt. Eine bessere Haltung der Aufsichtsbehörden allein reicht seiner Meinung nach nicht aus. Solange kein Gesetz die Regeln fest verankert, bleibt das Risiko bestehen, dass eine zukünftige Regierung oder Aufsichtsbehörde den Kurs komplett ändert.
Deshalb bleibt der CLARITY Act seiner Meinung nach entscheidend. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass die Branche nicht nur vorübergehend Luft bekommt, sondern auch langfristige rechtliche Sicherheit hat.
Sein Punkt ist klar: Ohne gesetzlich verankerte Klarheit bleibt jede Verbesserung anfällig.
Ripple sieht sich selbst als Schlüsselakteur in diesem Kampf
Der Titel dieses Artikels greift auch etwas auf, das zwischen den Zeilen deutlich wird: Ripple sieht sich als eines der Unternehmen, die im Mittelpunkt dieses Kampfes mit der US-Regierung standen.
Nach elf Jahren bei Ripple blickt Garlinghouse auf eine Zeit zurück, in der die Branche seiner Meinung nach nicht nur mit der Einführung und Innovation beschäftigt war, sondern auch darum kämpfte, in einem feindlichen regulatorischen Umfeld zu überleben.
Damit deutet er implizit an, dass Ripple eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, diesen rechtlichen Druck zurückzudrängen und somit auch den Raum für den aktuellen Wandel zu schaffen.
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