Ripple (XRP) verstärkt seine europäische Expansion mit einem bemerkenswerten Schritt: Das Unternehmen möchte seine eigene Stablecoin RLUSD innerhalb der Europäischen Union einführen. Dafür hat es in Luxemburg einen offiziellen Lizenzantrag gestellt, ganz nach der neuen MiCA-Regulierung.
RLUSD muss MiCA-konform sein
Europa steht kurz davor, ein strenges, aber klares Rahmenwerk für Stablecoins zu bieten. Unter dem neuen MiCA-Gesetz müssen Anbieter digitaler Währungen nachweisen, dass sie ihre Token sorgfältig verwalten. Das bedeutet unter anderem, dass mindestens sechzig Prozent der Reserven bei Banken gehalten werden müssen. Luxemburg, mit seinem gut entwickelten Finanzsektor, erweist sich dafür als idealer Standort.
Ripple möchte über eine sogenannte Electronic Money License allen MiCA-Anforderungen entsprechen. Einen ersten Schritt machte das Unternehmen bereits im April, mit der Gründung der Tochtergesellschaft Ripple Payments Europe SA.
Europäische Expansion folgt auf US-Pläne
Die Stablecoin RLUSD soll schnelle und kostengünstige internationale Zahlungen ermöglichen, eine Alternative zum langsamen und teuren SWIFT-System. Der Token ist noch klein, mit einer Marktkapitalisierung von etwa 517 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Der Marktführer USDT ist mit fast 160 Milliarden Dollar bewertet.
Während Europa vorbereitet wird, arbeitet Ripple in den USA an noch ambitionierteren Plänen. Das Unternehmen hat dort einen Antrag für eine nationale Banklizenz gestellt. Diese würde direkten Zugang zum Federal Reserve-System bieten, wodurch Ripple Zahlungen noch schneller und transparenter abwickeln könnte. Auch eine FDIC-Versicherung – Schutz für Kontoinhaber – wäre damit in Sicht.
Diese Entwicklungen könnten auch XRP zusätzlichen Rückenwind geben, indem die Münze eine wichtigere Rolle als Brückenwährung bei grenzüberschreitenden Transaktionen erhält.
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