Der Silberpreis steigt in einem Tempo, das seit den 1970er Jahren nicht mehr gesehen wurde. Das Edelmetall bricht Rekord um Rekord. Marktbeobachter sprechen von einer außergewöhnlichen Bewegung, die sogar noch größere Höhen erreichen könnte.
Silberpreis auf Rekordhoch
Zum ersten Mal hat der Silberpreis die Marke von 60 Dollar pro Unze (etwa 31 Gramm) überschritten. Heute Morgen erreichte das Edelmetall sogar einen Höchststand von 61,50 Dollar. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Preis etwas niedriger, bei 60,90 Dollar pro Unze.

Die Analysten von The Kobeissi Letter sind von der Stärke der Silberrallye beeindruckt. In einem Diagramm auf X zeigt er, wie frühere Anstiege, etwa 2008 und 2020, im Vergleich verblassen. „Das macht 2020 und 2008 zu einer vernachlässigbaren Größe“, sagt er.
Laut den Analysten ist Silber auf dem Weg, sein bestes Jahr seit 1979 zu erleben. Damals stieg das Edelmetall von etwa 6 Dollar auf 48 Dollar – ein Anstieg von 716 Prozent. Seit Beginn dieses Jahres, als Silber bei rund 29,50 Dollar notiert war, ist der Preis bereits um mehr als 105 Prozent gestiegen.
In einem anderen Beitrag hob Kobeissi hervor, dass Silber in diesem Jahr sechsmal besser abgeschnitten hat als der S&P 500, obwohl dieser Index gerade eine der stärksten Börsenrallyes seiner Geschichte erlebt.
Die Aufwärtstrend scheint zudem an Fahrt zu gewinnen. Der technische Analyst Rashad Hajiyev weist auf einen Ausbruch aus einem neuntägigen Konsolidierungsmuster hin. „Silber bewegt sich nun in Richtung 70 Dollar. Wer jetzt noch einsteigen will, ist eigentlich zu spät“, so Hajiyev auf X.
Warum der Silberpreis rasant steigt
Derzeit scheint die Zinspolitik der US-amerikanischen Federal Reserve (Fed) ein wesentlicher Treiber hinter dem steigenden Silberpreis zu sein. Anleger spekulieren auf Zinssenkungen. Dies ist günstig für Silber, da Sparvermögen dadurch weniger Erträge bringt und der Dollar geschwächt wird. Das erhöht die Anziehungskraft von Sachwerten wie Edelmetallen.
Im Laufe des Tages wird mehr Klarheit erwartet. Fed-Chef Jerome Powell spricht um 20.30 Uhr deutscher Zeit und kündigt dann den Zinsbeschluss für Dezember an. Der Terminmarkt erwartet mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Senkung: Die Wahrscheinlichkeit wird auf 89,9 Prozent geschätzt.
Bereits seit einiger Zeit gibt es eine erheblich industrielle Nachfrage nach Silber, die die Rallye zusätzlich antreibt. Das Metall ist unverzichtbar in der Produktion von Solarzellen, Batterien und Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig bleibt das Angebot zurück, da Silber meist als Nebenprodukt aus anderen Minen gewonnen wird. Das führt zu einem wachsenden Defizit.
Das größere Geschwistermetall, Gold, hat sich zuletzt ebenfalls stark entwickelt. Im Oktober erreichte das Edelmetall einen Höchststand von über 4.381 Dollar pro Unze. Danach folgte ein kurzer Rückgang auf unter 3.900 Dollar, doch mittlerweile notiert Gold wieder um die 4.200 Dollar.
Gewinne stützen die Börse, Öl wird zum Risiko
Die Wall Street hält sich dank starker Quartalszahlen, doch der Markt bleibt ein Drahtseilakt. Ist das eine tickende Zeitbombe?
eToro will US-Broker TradeZero übernehmen – Kryptohandel bricht um 73 Prozent ein
eToro will das US-Unternehmen TradeZero übernehmen. Zugleich ging der Umsatz zurück, die Zahl der Kryptotransaktionen brach um 73 Prozent ein.
S&P 500 fällt, Ölpreis steigt vor wichtigen US-Inflationsdaten
Der S&P 500 und der Nasdaq stehen unter Druck, während der Ölpreis steigt. Am Mittwoch könnten die US-Inflationsdaten für deutliche Marktbewegungen sorgen.
Meist gelesen
Ehemaliger ASML-Forscher bringt China bei entscheidender EUV-Lichtquelle voran
China kommt eigenen EUV-Chipmaschinen dank eines früheren ASML-Wissenschaftlers näher – doch ASML bleibt vorerst vorn.
Kryptomarkt prognostiziert XRP-Kurs für den 31. August
Polymarket-Händler rechnen damit, dass XRP den August unter 1,20 Dollar beendet – trotz positiver Entwicklungen rund um den XRP Ledger.
SWIFT greift Ripples Kernidee auf: Braucht es XRP noch?
SWIFT macht bei Blockchain-Zahlungen einen großen Schritt. Was bedeutet das für Ripple, und wird XRP für internationale Transaktionen noch gebraucht?
