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Beim US-amerikanischen KI-Unternehmen Anthropic herrscht Unruhe. Aufgrund eines menschlichen Fehlers ist der interne Code eines wichtigen Produkts ungewollt an die Öffentlichkeit gelangt. Der Fehler mag klein erscheinen, doch die Folgen könnten erheblich sein.

Interner Claude-Code versehentlich veröffentlicht

Ein Teil des Quellcodes des beliebten KI-Tools Claude Code von Anthropic ist versehentlich geleakt. Über 500.000 Codezeilen sind ungewollt öffentlich geworden.

Auf X wurde das Leck schnell bemerkt. Sicherheitsforscher Chaofan Shou berichtete, dass der Code durch einen Fehler in einem Softwarepaket öffentlich wurde, was es jedem ermöglichte, die Dateien einfach herunterzuladen.

Claude Code ist eine Software, die Programmierer beim Schreiben von Code unterstützt. Das Tool kann auch eigenständig Aufgaben ausführen, ähnlich wie sogenannte KI-Agenten. So kann man Befehle erteilen, Informationen suchen und Dateien auf dem Computer ändern lassen.

Laut dem Unternehmen handelte es sich nicht um einen Hackerangriff. Die Ursache lag in einem menschlichen Fehler beim Release neuer Software. Ein Sprecher von Anthropic erklärte gegenüber CNBC: „Es waren keine sensiblen Kundendaten oder Zugangsdaten betroffen oder offengelegt.“

Für die Nutzer scheint der Schaden daher begrenzt. Ihre Daten sind nicht gefährdet.

Das Leck kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es ist bereits das zweite Mal in kurzer Zeit, dass interne Informationen von Anthropic nach außen gedrungen sind. Zuvor wurden auch Details über ein neues KI-Modell in einem öffentlichen Speicher entdeckt.

Konkurrenz erhält Einblick in interne Abläufe

Die eigentliche Auswirkung zeigt sich vor allem im Konkurrenzkampf. Der Markt für KI-Tools ist hochgradig wettbewerbsintensiv, mit großen Akteuren wie OpenAI, Google und xAI. Auch chinesische Unternehmen beobachten das Geschehen aufmerksam.

Da der Quellcode öffentlich wurde, können Entwickler und Konkurrenten nun nachvollziehen, wie Claude Code aufgebaut ist. Das bietet Einblick in die Funktionsweise des Systems, etwa wie der Speicher arbeitet und welche Anweisungen die KI befolgt.

Es wurden auch neue, noch unveröffentlichte Funktionen entdeckt. So fanden Nutzer eine Art digitales Haustier, das während des Programmierens reagiert, und eine Funktion für einen immer aktiven KI-Assistenten im Hintergrund.

Solche Erkenntnisse können Konkurrenten helfen, schneller ähnliche oder bessere Produkte zu entwickeln.

Anthropic wurde 2021 von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und wächst rasant. Claude Code spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Tool hat sich in kurzer Zeit zu einem wichtigen Produkt entwickelt, mit einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 2,5 Milliarden Dollar.

OpenAI ist weiterhin Marktführer, mit einer Bewertung von rund 500 Milliarden Dollar und Spekulationen über einen Börsengang, der bis zu 1 Billion Dollar erreichen könnte. Damit würde das Unternehmen direkt zu den größten der Welt gehören und möglicherweise den größten Börsengang aller Zeiten realisieren. Anthropic selbst wird auf etwa 380 Milliarden Dollar geschätzt.

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