Peter Schiff, seit Jahren ein ausgesprochener Kritiker von Bitcoin, warnt erneut vor einem massiven Absturz. Laut dem Ökonomen könnte Bitcoin auf 20.000 Dollar zurückfallen, wenn der Bitcoin-Kurs die Unterstützung um 50.000 Dollar verliert. Diese Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bitcoin bei etwa 66.000 Dollar liegt, deutlich unter dem jüngsten Höchststand dieses Zyklus.
Wiederholung alter Muster?
Schiff stützt seine Warnung auf historische Korrekturen. In früheren Zyklen verlor Bitcoin nach einem Hoch manchmal 70 bis 80 Prozent seines Wertes. Von einem jüngsten Höchststand über 120.000 Dollar wäre ein Rückgang auf 20.000 Dollar rechnerisch nicht unmöglich.
Allerdings ist die heutige Situation anders als in früheren Bärenmärkten. Die institutionelle Akzeptanz hat zugenommen, ETFs haben Milliarden angezogen und Bitcoin ist stärker in traditionelle Finanzmärkte integriert. Das bedeutet nicht, dass starke Rückgänge ausgeschlossen sind, aber das Marktsystem ist reifer geworden.
Schiff bleibt bei seiner bekannten Meinung, dass Bitcoin keinen intrinsischen Wert hat und vor allem eine spekulative Blase ist. Gleichzeitig hat die Geschichte gezeigt, dass sich Bitcoin nach schweren Korrekturen immer wieder erholte und neue Höchststände erreichte.
Geopolitische Spannungen belasten das Sentiment
Der Zeitpunkt seiner Warnung ist bemerkenswert. Die Spannungen um eine mögliche militärische Eskalation zwischen den USA und Iran sorgen für Unruhe an den Finanzmärkten. In Zeiten akuter geopolitischer Unsicherheit entscheiden sich Investoren oft für Liquidität und Sicherheit, was riskante Anlagen wie Bitcoin vorübergehend unter Druck setzen kann.
Historisch gesehen reagiert Bitcoin in der ersten Phase von Schocks oft negativ. Erst später kann sich das Narrativ in Richtung „digitaler sicherer Hafen“ verschieben, abhängig davon, wie sich die Situation entwickelt.
On-Chain-Signale zeigen gemischtes Bild
On-Chain-Daten zeigen, dass Anleger kurzfristig unter Druck stehen. Der Short-Term Holder SOPR-Indikator liegt unter 1. Das bedeutet, dass jüngste Käufer im Durchschnitt mit Verlust verkaufen, ein klassisches Zeichen von Kapitulation und schwachem Sentiment.

Gleichzeitig weist ein anderer Indikator auf das gegenteilige Risiko hin. Die kurzfristige Sharpe-Ratio von Bitcoin ist stark negativ geworden. In früheren Zyklen fiel diese Kennzahl oft auf extreme Niveaus, kurz bevor ein lokales Tief erreicht wurde. Das deutet darauf hin, dass ein großer Teil des spekulativen Enthusiasmus bereits aus dem Markt gespült ist.
Ist 20.000 Dollar möglich?
Ein Rückgang auf 20.000 Dollar würde einen Einbruch von etwa 80 Prozent vom Höchststand bedeuten, vergleichbar mit früheren Bärenmärkten. Theoretisch ist das möglich. In der Praxis wäre dafür wahrscheinlich eine Kombination erforderlich aus:
- Deutliche Verschlechterung der makroökonomischen Aussichten
- Anhaltende geopolitische Eskalation
- Weiteren Abflüssen aus ETFs
- Breiter Risk-Off-Bewegung an den Aktienmärkten
Bisher zeigen die Daten vor allem eine erhöhte Volatilität und keinen strukturellen Zusammenbruch.
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