Das Unternehmen für On-Chain-Analyse Parsec schließt nach fünf Jahren seine Türen. Das gab CEO Will Sheehan am Donnerstag auf X bekannt. Ihm zufolge hat sich der Kryptomarkt so stark verändert, dass das Geschäftsmodell von Parsec nicht mehr zur aktuellen Realität passt. Damit verschwindet ein weiteres Unternehmen, das während des letzten Bullenmarkts groß wurde.

Marktverschiebungen treffen DeFi und NFTs

Parsec war auf On-Chain-Analyse spezialisiert, bei der öffentliche Blockchain-Daten untersucht werden, um Handelsströme und Marktverhalten zu verstehen. Das Unternehmen konzentrierte sich insbesondere auf dezentrale Finanzen (DeFi) und Non-Fungible Tokens (NFTs).

Laut Sheehan hat sich der DeFi-Sektor seit dem Fall der Kryptobörse FTX im Jahr 2022 stark verändert. Der Hebeleffekt, das Handeln mit geliehenem Geld, erholte sich nicht auf frühere Niveaus. Zudem wurde die Natur der On-Chain-Aktivität komplexer, was die Analyse erschwerte.

Auch der NFT-Markt erlebte einen starken Rückgang. Weltweit sank der Umsatz mit NFTs im Jahr 2025 um 37 Prozent auf 5,63 Milliarden Dollar, wie Zahlen von CryptoSlam zeigen. Der durchschnittliche Verkaufspreis fiel von 124 auf 96 Dollar.

Parsec entstand während Bitcoin-Rally

Das Unternehmen wurde im Januar 2021 gegründet, kurz bevor Bitcoin (BTC) von 36.000 auf über 60.000 Dollar im April desselben Jahres stieg. Parsec erhielt Unterstützung von Akteuren wie Uniswap, Galaxy Digital und Polychain Capital. Die Gründung fiel zusammen mit einer Phase explosiven Wachstums in DeFi und NFTs, doch dieses Momentum ging in den darauffolgenden Jahren schnell verloren.

In einer Abschiedsbotschaft auf X dankte Parsec seiner Community für die Unterstützung. Auch Nansen-CEO Alex Svanevik äußerte sich positiv über den Weg, den Parsec eingeschlagen hat.

Krypto-Branche in Phase der Umstrukturierung

Die Schließung von Parsec ist kein Einzelfall. Kurz zuvor hatte auch das Startup Entropy bekanntgegeben, den Betrieb einzustellen. Dieses Unternehmen hatte mit Skalierungsproblemen zu kämpfen und konnte kein passendes Produkt entwickeln.

Laut dem ehemaligen NYSE-Vorsitzenden Tom Farley ist dies ein Zeichen für eine breitere Konsolidierungswelle in der Kryptobranche. Er erwartet, dass kleinere Akteure in den kommenden Monaten häufiger übernommen werden. „Die Branche wird weniger fragmentiert“, sagte er am 8. Februar gegenüber CNBC.

Mit dem Verschwinden von Parsec verschwindet erneut ein Spieler, der während des letzten Bullenmarkts florierte. Die Krypto-Industrie scheint sich zunehmend in einer Phase der Konsolidierung und Reifung zu befinden.

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