Neue Untersuchungen zur Hackerattacke auf die dezentrale Börse Drift, bei der 285 Millionen Dollar gestohlen wurden, offenbaren eine beunruhigende Angriffsmethode. Die Hacker begannen nicht am Computer, sondern auf internationalen Krypto-Konferenzen. Dort gaben sie sich ein halbes Jahr lang als professionelles Handelsunternehmen aus und bauten Beziehungen zu Drift-Mitarbeitern auf.
Vom Händedruck zum Hack
Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs nahmen die Angreifer auf Konferenzen in verschiedenen Ländern Kontakt zu mehreren Mitarbeitern auf. Was wie normales Netzwerken aussah, entpuppte sich als raffinierte Infiltration. Die Angreifer investierten ein halbes Jahr in den Vertrauensaufbau, bevor sie zuschlugen.
Dieser Ansatz ist neu. Frühere große Hacks in der Kryptobranche verliefen fast ausschließlich digital: durch Phishing, kompromittierte Software oder gefälschte Bewerbungen. Bei Drift erfolgte der erste Kontakt persönlich, sodass die Bedrohung wesentlich schwerer zu erkennen war.
Fake-Token als letztes Mittel
Als das Vertrauen gewonnen war, folgte der technische Angriff. Die Hacker führten ein Fake-Token, den CarbonVote Token, ein und erzeugten künstliches Handelsvolumen, um es vertrauenswürdig erscheinen zu lassen. Das System von Drift akzeptierte den Token als Sicherheit, woraufhin Auszahlungslimits aufgehoben wurden und 285 Millionen Dollar abflossen.
TRM Labs zufolge verlief die Geldwäsche schneller und aggressiver als bei dem 1,4 Milliarden Dollar schweren Bybit-Hack Anfang des Jahres.
Nordkorea baut Infiltrationsnetzwerk auf
Der Angriff fügt sich in ein größeres Muster ein. Nordkoreanische Gruppen kombinieren großangelegte Hacks zunehmend mit langwieriger Infiltration. Sie geben sich als Softwareentwickler aus, bewerben sich bei Technologiefirmen und verdienen mit falschen Identitäten bis zu einer Million Dollar pro Monat. Seit November wurden durch diese Konstruktionen bereits mehr als 3,5 Millionen Dollar eingenommen.
Die Angreifer nutzen Computer in anderen Ländern, um ihre Aktivitäten lokal erscheinen zu lassen. Laut den Vereinten Nationen werden die Erträge zur Finanzierung des nordkoreanischen Waffenprogramms verwendet.
Konferenzen als neue Angriffsfläche
Für die Kryptobranche ist die Lehre klar. Sicherheit umfasst nicht mehr nur Code, Firewalls und Schlüsselverwaltung. Soziale Manipulation und persönlicher Kontakt sind Teil des Waffenarsenals staatlicher Hacker geworden.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter darin schulen, auch offline wachsam zu sein. Ein professionell wirkender Gesprächspartner auf einer Konferenz kann ebenso gut ein nordkoreanischer Agent wie ein potenzieller Kunde sein. Der Drift-Hack zeigt, dass die Grenze zwischen Netzwerken und Infiltration dünner geworden ist als je zuvor.
Jugendlicher stiehlt Bitcoin im Wert von 13 Millionen Dollar und gibt es für Lamborghinis aus
Kanadischer Jugendlicher gesteht Krypto-Betrug über 13 Millionen Dollar und gab gestohlenes Geld für Luxusautos und Privatjets aus.
Governance-Angriff kostet Krypto-Projekt Token of Power 1,58 Millionen Dollar
Nachdem der Angreifer die Kontrolle übernommen hatte, aktivierte er eine Funktion, die die Erstellung neuer TOP-Token ermöglichte.
TRM Labs warnt vor Krypto-Betrug rund um die Fußball-WM
Fans der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 sollten auf zunehmende Online-Betrugsmaschen achten.
Meist gelesen
XRP-Investoren verkaufen verstärkt mit Verlust – ein positives Zeichen
XRP-Investoren verkaufen zunehmend mit Verlust, ein Signal, das laut On-Chain-Daten häufig in der Nähe von Tiefpunkten auftritt.
ChatGPT: XRP-Kursprognose für den 1. Juli 2026
Ein KI-Modell sagt voraus, dass der XRP-Kurs am 1. Juli bei etwa 1,24 Dollar liegen könnte. Doch es gibt auch pessimistischere Szenarien.
Kann der XRP-Kurs auf 10.000 Dollar steigen? Das sagt ein Analyst
Wird der Wert von XRP durch Spekulation oder echten Einsatz bestimmt? Analyst Eri erklärt, wie kollektives Vertrauen den Kurs beeinflusst.
