Forscher Dankrad Feist von der Ethereum Foundation hat einen neuen Vorschlag eingeführt: EIP-9698. Dieser Vorschlag soll das Netzwerk drastisch skalieren, indem das Gaslimit exponentiell erhöht wird. Obwohl der Vorschlag noch nicht angenommen wurde, würde er einen riesigen Sprung für das Ethereum (ETH) Netzwerk bedeuten.
Was genau beinhaltet EIP-9698?
Derzeit liegt das Gaslimit von Ethereum bei etwa 36 Millionen, gut für ungefähr 14 bis 20 Transaktionen pro Sekunde (TPS). Zum Vergleich: Der Konkurrent Solana erreicht derzeit zwischen 800 und 1.000 TPS. Mit EIP-9698 würde Ethereum das Gaslimit über vier Jahre verzehnfachen auf bis zu 3,6 Milliarden, was eine theoretische Kapazität von 2.000 TPS ermöglichen würde.
Feist führt dafür einen „deterministischen Wachstumsplan“ ein, der ab der Epoche 369017, um den 1. Juni herum, beginnt. Das Gaslimit wird dann bei jeder Epoche automatisch gemäß einem exponentiellen Schema erhöht. Alle zwei Jahre wird das Limit etwa um den Faktor zehn steigen. Dieser strukturierte Ansatz soll Ethereum eine vorhersehbare und nachhaltige Skalierbarkeit bieten.
Vorteile und Risiken für ETH
Laut Feist bietet dieses Modell mehr Koordination als das aktuelle System, in dem Miner und Betreiber über die Erhöhung des Gaslimits abstimmen. „Durch die Einführung eines vorhersehbaren exponentiellen Wachstumspfades wird eine nachhaltige und transparente Entwicklung des Gaslimits gefördert,“ so Feist.
Wichtig zu wissen: Der Vorschlag ist vollständig rückwärtskompatibel. Clients, die das EIP nicht implementieren, funktionieren weiterhin normal. Nutzer haben jedoch die Möglichkeit, die Standardeinstellungen manuell anzupassen, falls gewünscht.
In Bezug auf die Sicherheit weist Feist darauf hin, dass der schnelle Anstieg des Gaslimits die am wenigsten optimierten Knoten unter Druck setzen kann. Dennoch betont er, dass die sehr allmählichen Erhöhungen den Knotenbetreibern genügend Zeit geben, sich anzupassen.
Wenn EIP-9698 angenommen wird, könnte Ethereum einen ernsthaften Sprung in Richtung Massenadoption machen. Das Timing dieses Vorschlags ist kein Zufall: Nächste Woche ist auch das lang erwartete Pectra-Upgrade geplant. Dieses Upgrade erhöht den Blob-Durchsatz, senkt die Layer-1-Kosten, erhöht die Flexibilität für Validatoren und optimiert die Datenspeicherung.
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