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Die Spannung auf dem weltweiten Kreditmarkt steigt rapide an. Laut Bloomberg ähnelt die aktuelle Situation stark der Zeit kurz vor der Finanzkrise von 2008.
Die Renditen für risikoreiche Unternehmensanleihen sind auf den niedrigsten Stand seit fast zwanzig Jahren gesunken. Vermögensverwalter schlagen massenhaft zu, während Experten vor gefährlicher Selbstüberschätzung warnen.
Unternehmen zahlen im Durchschnitt nur noch 1,03 Prozent Zinsen auf ihre Unternehmensdarlehen. Laut Analysten ist das außergewöhnlich niedrig, insbesondere angesichts steigender geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Diese Zinssätze sind vergleichbar mit dem Niveau von Mitte 2007, kurz bevor die Kreditkrise ausbrach.
Investoren scheinen sich jedoch kaum Sorgen zu machen. Sie suchen verzweifelt nach Rendite in einem Niedrigzinsumfeld. Diese Suche treibt sie immer häufiger zu risikoreicheren Schuldtiteln. Gleichzeitig häufen sich die globalen Risiken: von fragiler Regierungspolitik in den USA bis hin zu unerwarteten Insolvenzen und geopolitischen Konflikten.
Bloomberg verweist auf ein jüngstes Ereignis, das an 2008 erinnert. Im Oktober gingen zwei US-Autounternehmen unerwartet in Konkurs. Sie hatten trotz fragwürdiger Kreditwürdigkeit erheblich Kredit aufgenommen. Der Schlag traf nicht nur kleine Banken, sondern auch große Wall-Street-Institutionen, die ihre Kredite weiterverkauft hatten.
Anleger straften die Banken an der Börse ab. Auch wenn sich der Sektor seitdem erholt hat, bleibt die zugrunde liegende Unruhe spürbar.
„Hochmut sollte derzeit das beängstigendste Wort auf den Risikomärkten sein“, warnt Luke Hickmore von Aberdeen Investments. Er rät zur Vorsicht bei riskanten Anlagen.
Trotzdem deuten Analysten auf eine mögliche Senkung der US-Leitzinsen hin, was die Nachfrage nach Unternehmensdarlehen weiter ankurbeln könnte. Die Versuchung ist groß: Niedrigere Zinsen bedeuten attraktivere Deals, trotz zunehmender Risiken.
Die Marktdynamik führt zu dem, was Experten als „giftigen Cocktail“ bezeichnen. Höhere Konsumausgaben, mehr Schulden und niedrige Zinsen verstärken einander. Investoren kaufen vermehrt hochverzinsliche, risikoreiche Anleihen. Ironischerweise sind auch die Zinsen auf diese „Junk Bonds“ inzwischen historisch niedrig.
Laut Pimco-Experten Tiffany Wilding und Andrew Balls ist dies eine gefährliche Entwicklung. Der Vermögensverwalter passt seine Strategie an und investiert selektiver, in Erwartung verschlechternder wirtschaftlicher Fundamentaldaten.
Die USA kämpfen schon länger mit steigenden Schuldenständen. So hatten 2022 mehr als die Hälfte der amerikanischen Haushalte Kreditkartenschulden, mit einem Durchschnitt von über 6.000 Dollar. Die Zinsen auf solche Schulden liegen bei rund zwanzig Prozent.
Präsident Joe Biden schlug vor, die Zinsen auf Kreditkarten auf zehn Prozent zu deckeln. Dieser Vorschlag führte umgehend zu Kursrückgängen bei großen Banken, ein Zeichen dafür, wie verletzlich das System inzwischen geworden ist.
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