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Morgan Stanley wird voraussichtlich heute seinen eigenen Bitcoin-Börsenfonds auf den Markt bringen. Das mag nicht besonders erscheinen, da bereits zwölf Fonds an der Wall Street den Bitcoin-Kurs (BTC) verfolgen. Doch erstmals gibt eine amerikanische Bank selbst ein solches Produkt heraus. Und es handelt sich nicht um irgendeine Bank: Morgan Stanley gehört mit über 9 Billionen Dollar Kundenvermögen zu den größten Banken der Welt.
Der Morgan Stanley Bitcoin Trust (Ticker: MSBT) wird „aller Wahrscheinlichkeit nach“ heute in Kraft treten, wie der Bloomberg ETF-Experte Eric Balchunas auf dem sozialen Netzwerk X mitteilte. Dies geht aus einer Ankündigung der NYSE Arca hervor.
Hinter dem Fonds steht ein Bestand an echten Bitcoins, aufgeteilt in Aktien, die Anleger einfach über ihren Broker kaufen können. Dieser Bestand wächst und schrumpft entsprechend der Nachfrage. Fließt Geld ein, werden neue Aktien ausgegeben und zusätzliche Bitcoins gekauft; bei Abflüssen passiert das Gegenteil. So bleibt der Wert der Aktie stets an den echten Bitcoin-Kurs gekoppelt.
Die ersten Bitcoin-Fonds kamen im Januar 2024 an die amerikanische Börse und brachen sofort alle Rekorde. Innerhalb von drei Tagen flossen bereits 10 Milliarden Dollar ein, eine Summe, für die Gold-ETFs fast drei Jahre benötigten.
BlackRocks IBIT wurde das am schnellsten wachsende Börsenfonds aller Zeiten und erreichte in elf Monaten ein verwaltetes Vermögen von über 50 Milliarden Dollar.
Morgan Stanley wird eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,14 Prozent erheben, was fast die Hälfte der 0,25 Prozent ist, die BlackRock und Fidelity verlangen. Über die ersten 5 Milliarden Dollar an Einlagen müssen Investoren in den ersten sechs Monaten überhaupt keine Gebühren zahlen.
Die Bitcoins werden von Coinbase Custody in sogenannten Cold Storage gehalten, wobei die digitalen Schlüssel vollständig offline aufbewahrt werden. Die Verwaltung übernimmt die Bank of New York Mellon, und Fidelity wurde als dritter Verwahrer hinzugefügt.
Bisher überließen Banken die Bitcoin-Fonds den Vermögensverwaltern und verdienten hauptsächlich durch den Weiterverkauf fremder Produkte. Mit einem eigenen ETF kassiert Morgan Stanley fortan selbst die Verwaltungsgebühren.
Die Bank verfügt über rund 16.000 Finanzberater, die zusammen etwa 6,2 Billionen Dollar an Vermögen verwalten. Diese Berater dürfen seit Anfang dieses Jahres aktiv Bitcoin-ETFs den Kunden empfehlen, anstatt abzuwarten, bis die Kunden danach fragen.
Mit einer günstigeren Eigenmarke im Angebot müssen sie nicht mehr auf die Konkurrenz verweisen. Selbst eine bescheidene Allokation über dieses enorme Kundenvermögen könnte Milliarden an Zuflüssen generieren.
Früher in diesem Jahr bestätigte die Bank auch, dass Millionen von Kunden der Tochterplattform E*Trade in der ersten Jahreshälfte direkt in Bitcoin, Ethereum (ETH) und Solana (SOL) handeln können. Außerdem wird an einer eigenen Krypto-Wallet gearbeitet, und es liegen Anträge bei den Aufsichtsbehörden vor, um für die beiden genannten Altcoins ebenfalls ETFs zu lancieren.
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