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Die Mitgründer von Samourai Wallet, einer auf Privatsphäre ausgerichteten Bitcoin-App, sind am Mittwoch zu vier bzw. fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil gilt als wichtiges rechtliches Signal in einer Phase, in der Krypto-Privatsphäre wieder stark im Fokus steht.
Nach Angaben des US-Justizministeriums betrieben Keonne Rodriguez und William Lonergan Hill einen Geldtransferdienst ohne die erforderliche Lizenz. Zudem sollen sie dazu beigetragen haben, Gelder aus kriminellen Aktivitäten zu verschleiern, indem sie Nutzern ermöglichten, ihre Transaktionen zu anonymisieren.
Ankläger verwiesen darauf, dass der Mixing-Dienst von Samourai Wallet, der Transaktionen verschiedener Nutzer zusammenführt, dazu eingesetzt wurde, Geldströme zu verschleiern. Die Technik ist als CoinJoin bekannt, und Samourais Umsetzung lief über den firmeneigenen Server. Das Gericht befand, dass dies ausreichte, um das Unternehmen als illegalen Geldtransferdienst einzustufen.
Staatsanwalt Nicolas Roos erklärte, die verhängten Strafen zeigten, dass das Waschen krimineller Gelder stets schwerwiegende Folgen habe – unabhängig davon, ob es sich um Fiatgeld oder Kryptowährungen handelt.
Samourai Wallet bot Nutzern zusätzliche Privatsphäre, indem Bitcoin-Transaktionen schwerer nachzuverfolgen waren. Die am häufigsten genutzte Funktion war Whirlpool, ein System, das Transaktionen mehrerer Personen bündelt.
Obwohl Samourai nie Zugriff auf die Gelder der Nutzer hatte, geht aus Gerichtsunterlagen hervor, dass das Unternehmen die Koordination des Mischprozesses übernahm und Transaktionen über das eigene Netzwerk weiterleitete. Nach US-Finanzregeln ist dafür eine Lizenz erforderlich, die das Unternehmen nicht besaß.
Nachdem Samourai 2024 stillgelegt wurde, entstand eine Open-Source-Alternative namens Ashigaru.
Der Fall fügt sich in eine größere Diskussion innerhalb der Kryptobranche: Ab wann können Entwickler für das verantwortlich gemacht werden, was andere mit ihrer Software tun?
Das US-Justizministerium erklärte, die Samourai-Gründer hätten bewusst eine Infrastruktur aufgebaut und betrieben, die Missbrauch ermögliche. Zudem habe das Team Millionen verdient, ohne vorgeschriebene Kontrollen wie Identitätsprüfung oder Maßnahmen zur Geldwäscheprävention einzusetzen.
Die Kryptogemeinschaft warnt, dass dieser Ansatz Innovation ausbremsen könnte, da nahezu jedes Privatsphären-Tool theoretisch auch von Kriminellen genutzt werden kann.
Anfang dieses Jahres verlor die US-Regierung einen wichtigen Fall gegen Tornado Cash, ein weiteres Privatsphären-Tool für Krypto. Ein Gericht entschied, dass die Software hinter Tornado Cash nicht ohne Weiteres sanktioniert werden könne, weil die zugrunde liegenden Smart Contracts kein Eigentum darstellen, das eingefroren werden darf.
Trotzdem laufen weiterhin Verfahren gegen Entwickler von Tornado Cash. Mitgründer Roman Storm legt derzeit Berufung gegen seine Verurteilung ein und argumentiert, es gebe keine Belege dafür, dass er Kriminelle bewusst unterstützen wollte.
Im US-Justizministerium scheint es Debatten darüber zu geben, wie das Gesetz auf Privatsphäre-Tools anzuwenden ist. Ein ranghoher Beamter sagte im August, das Schreiben von Code ohne böse Absicht sollte nicht als Straftat gelten.
Dennoch zeigen die jüngsten Verfahren, dass Privatsphäre-Technologie schnell unter strenge Prüfung gerät, sobald mögliche illegale Aktivitäten im Spiel sind.
Die Verurteilung der Samourai-Wallet-Gründer unterstreicht die Spannungen zwischen technologischer Innovation und gesetzlichen Pflichten. Der Fall könnte großen Einfluss auf künftige Projekte in der Kryptobranche haben – insbesondere auf Tools, die auf Anonymität und finanzielle Privatsphäre abzielen.
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie Gesetzgeber, Entwickler und Aufsichtsbehörden die Balance zwischen Privatsphäre-Rechten und Missbrauchsprävention finden.
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