Das Litecoin (LTC) Netzwerk wurde von einer Zero-Day-Exploit betroffen, einer Sicherheitslücke, die ausgenutzt wurde, bevor eine Lösung verfügbar war. Angreifer nutzten die Schwachstelle für einen Denial-of-Service-Angriff, der große Miningpools beeinträchtigte.
Das Entwicklungsteam reagierte schnell, führte ein Notfall-Update durch und das Netzwerk läuft inzwischen wieder stabil. Nutzer und Miner werden dringend aufgefordert, ihre Software zu aktualisieren.
Miningpools durch ungültige Transaktion gestört
Das Problem entstand, weil nicht aktualisierte Nodes eine ungültige MWEB-Transaktion akzeptierten. MWEB ist eine Datenschicht im Litecoin-Netzwerk. Aufgrund des Fehlers waren digitale Coins vorübergehend auf externen Handelsplattformen blockiert. Vor allem große Miningpools, Zusammenschlüsse von Minern, die Transaktionen gemeinsam verarbeiten und neue Blöcke hinzufügen, waren betroffen.
Um den Schaden zu begrenzen, führte das Netzwerk eine Reorganisation von 13 Blöcken durch. Dabei wurden ungültige Transaktionen entfernt und neu verarbeitet. Alle gültigen Transaktionen blieben bestehen. Laut dem Entwicklungsteam hat kein Nutzer Gelder verloren.
Notfall-Update veröffentlicht
Nach dem Vorfall veröffentlichte Litecoin eine neue Softwareversion: Core 0.21.5.4. Das Update behebt die Ursache des Angriffs, verbessert die Verarbeitung von MWEB-Transaktionen, korrigiert Fehler bei der Berechnung von Transaktionsgebühren und schützt Miner vor zukünftigen Angriffen. Verdächtige Transaktionen werden künftig automatisch abgewiesen.
Das Team hält das Update für unerlässlich für jeden, der im Netzwerk aktiv ist. Nodes, die nicht aktualisieren, bleiben anfällig für denselben Angriffstyp.
Größeres Risiko für Proof-of-Work-Blockchains
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf ein größeres Problem in Proof-of-Work-Netzwerken wie Litecoin. Bei dieser Art von Blockchain verarbeiten Miner Transaktionen, indem sie Rechenleistung bereitstellen. Wenn eine Partei mehr als die Hälfte dieser Rechenleistung kontrolliert, könnte sie theoretisch Transaktionen manipulieren. Dies wird als 51-Prozent-Angriff bezeichnet.
Im August 2025 sah sich Monero genau mit einem solchen Versuch konfrontiert. Ein Miningpool konnte vorübergehend mehrere Blöcke umschreiben. Bei Litecoin war dies diesmal nicht der Fall, aber der Vorfall zeigt, wie verletzlich selbst etablierte Netzwerke sein können, wenn Software nicht rechtzeitig aktualisiert wird.
Die schnelle Reaktion des Litecoin-Teams verhinderte größeren Schaden. Doch der Vorfall verdeutlicht, dass Sicherheit im Krypto-Bereich keine Selbstverständlichkeit ist. Ein Netzwerk ist nur so stark wie der schwächste Node, der darauf läuft.
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