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Immer mehr Unternehmen suchen nach bezahlbarer Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI). Boundless Network glaubt, dafür eine Lösung gefunden zu haben. Das Unternehmen, das sein Netzwerk über Jahre für Blockchain-Anwendungen aufgebaut hat, nutzt dieselbe Infrastruktur nun für den Betrieb von KI-Modellen.
Damit verbindet Boundless zwei wachstumsstarke Bereiche. Die GPUs, die bislang für kryptografische Berechnungen eingesetzt wurden, sollen künftig auch KI-Anfragen verarbeiten.
In den vergangenen vier Jahren hat Boundless ein Netzwerk aus rund 4.000 GPUs aufgebaut. Die Grafikkarten wurden für die Erstellung von Zero-Knowledge-Proofs genutzt, einer Technologie, die in der Blockchain-Branche immer häufiger zum Einsatz kommt.
Dieselbe Hardware erhält nun eine zweite Aufgabe. Mit der Software von Boundless können Tausende GPUs an unterschiedlichen Standorten zusammenarbeiten, als wären sie ein einzelner Großrechner. Statt nur kryptografische Berechnungen auszuführen, können sie nun auch KI-Modelle betreiben.
Zunächst stellt das Unternehmen diese Kapazität für KI-Inferenz bereit. Dabei verarbeitet ein KI-Modell eine Anfrage und erzeugt unmittelbar eine Antwort.
Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Gartner wächst genau dieser Teil des KI-Marktes in den kommenden Jahren am stärksten. Schon in diesem Jahr entfallen rund 55 Prozent der Ausgaben für KI-optimierte Cloud-Infrastruktur auf KI-Inferenz. Bis 2029 dürfte der Anteil auf mehr als 65 Prozent steigen.
Für bestehende GPU-Netzwerke ist das aus Sicht von Boundless eine Chance. Viele KI-Anwendungen laufen derzeit noch auf teuren Chips in Rechenzentren, obwohl ein großer Teil dieser Aufgaben auch auf günstigeren Grafikkarten erledigt werden kann. Dazu zählen etwa Consumer-GPUs oder Hardware, die zuvor für Kryptomining und Blockchain-Netzwerke genutzt wurde.
Durch die erneute Nutzung vorhandener Rechenleistung will das Unternehmen KI günstiger und leichter zugänglich machen.
Eigene Benchmark-Tests zeigen laut Boundless, dass KI-Inferenz über das Netzwerk bis zu 50 Prozent günstiger sein kann als vergleichbare Angebote großer Cloud-Anbieter. Besonders groß sei der Vorteil bei KI-Aufgaben, die nicht sofort abgeschlossen werden müssen, etwa bei der Verarbeitung großer Datensätze oder bei Hintergrundprozessen.
CEO Shiv Shankar sieht den Schritt daher als logische Weiterentwicklung des Netzwerks.
„Vor vier Jahren ging es uns darum, ein einzelnes komplexes Rechenproblem zu lösen. Dabei ist ein Netzwerk entstanden, das verteilte GPU-Kapazitäten effizient koordinieren kann. KI braucht nun dieselbe Grundlage – nur in deutlich größerem Maßstab.“
Shankar war zuvor mehr als 15 Jahre in technischen Führungspositionen tätig, unter anderem bei Coinbase, Ava Labs und Amazon.
Trotz der Ausweitung auf KI gibt Boundless den Blockchain-Bereich nicht auf. Das Unternehmen betreibt sein Netzwerk für Zero-Knowledge-Proofs weiter, auch der eigene ZKC-Token bleibt Teil des Ökosystems.
Nutzer können den Token einsetzen, um Rechenleistung bereitzustellen und so am Netzwerk mitzuverdienen. Für Unternehmen, die den neuen KI-Dienst nutzen möchten, ist inzwischen eine Warteliste geöffnet.
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