Aktienmärkte stürzen ab, der Ölpreis verzeichnet den größten Anstieg seit vier Jahren und Gold erreicht ein Rekordhoch. Doch Bitcoin (BTC) hält sich bemerkenswert stabil. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt der Kurs bei etwa 65.500 Dollar, nahezu unverändert im Vergleich zum Stand am Freitag vor dem Angriff auf Iran.

Die Kryptomärkte hatten das Wochenende, um auf die Nachrichten zu reagieren. Jetzt richtet sich der Fokus auf den Ölpreis und dessen Auswirkungen auf Inflation und Zinsen.

Kryptomarkt verdaut die Nachrichten bereits am Wochenende

Der erste Schlag kam am Samstag. Als die USA bekannt gaben, einen Angriff auf Iran gestartet zu haben, fiel Bitcoin innerhalb weniger Stunden um 4 % auf ein Tief von 63.000 Dollar. Die Erholung kam ebenso schnell: Berichte über den Tod von Ayatollah Khamenei trieben den Kurs wieder nach oben.

Seitdem hat sich der Konflikt nur ausgeweitet. Iran reagierte mit Angriffen auf Israel, amerikanische Basen und Ziele in Saudi-Arabien, Katar, den Emiraten, Kuwait und Bahrain. Am Montagmorgen wurden erneut Explosionen in Dubai, Abu Dhabi und Doha gemeldet. Dennoch blieb eine Panikwelle auf dem Kryptomarkt aus.

Ölpreis könnte dennoch zum Problem werden

Die traditionellen Märkte zeigten am Montag ein ganz anderes Bild. Der japanische Nikkei 225 und der Hang Seng in Hongkong fielen deutlich. Der Ölpreis verzeichnete den größten Anstieg seit vier Jahren.

Im Mittelpunkt steht die Straße von Hormus, eine entscheidende Passage für den globalen Ölhandel. Störungen dort können die Energiepreise weiter in die Höhe treiben. Das betrifft Bitcoin indirekt: Höhere Ölpreise treiben die Inflation an, was der Federal Reserve erlaubt, länger mit Zinssenkungen zu warten. Risikoanlagen wie Kryptowährungen reagieren darauf in der Regel empfindlich.

Traditionelle sichere Häfen stiegen hingegen deutlich. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Gold stieg um 1,4 % auf etwa 5.350 Dollar pro Unze und auch der Dollar legte zu.

Optionsmarkt zeigt Vorsicht, aber keine Panik

Trotz der relativen Ruhe berücksichtigt der Optionsmarkt durchaus weitere Rückgänge. Rund um das Niveau von 60.000 Dollar sind etwa 1,9 Milliarden Dollar in Put-Optionen konzentriert. Händler sichern sich ab, verkaufen ihre Positionen jedoch nicht.

Das ist ein aufschlussreiches Signal. Bei so vielen negativen Nachrichten würde man eine Verkaufswelle erwarten, die jedoch ausbleibt. Laut Analysten könnte das bedeuten, dass die Verkäufer vorübergehend erschöpft sind. Kein Zeichen für einen neuen Anstieg, aber dennoch, dass der Boden vorläufig hält.

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