Die Kryptobörse Coinbase ist wieder online, nachdem Kunden am Freitag fast sieben Stunden lang keinen Zugang zur Plattform hatten. Nutzer konnten in dieser Zeit weder Coins kaufen noch verkaufen, was zu erheblichem Frust führte. Die Störung trifft Coinbase zudem in einer ohnehin schwierigen Woche.
Das Unternehmen gab an, dass die Probleme durch eine Überhitzung in einem Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) im US-Bundesstaat Virginia verursacht wurden. AWS ist die Cloud-Sparte von Amazon und stellt die Server bereit, die wesentliche Teile des Internets, einschließlich Coinbase, betreiben. Durch das technische Problem fielen mehrere Systeme der Kryptobörse aus, und der Handel wurde vorübergehend eingestellt.
Coinbase meldete die Störung am Freitag gegen drei Uhr morgens deutscher Zeit. Erst etwa sieben Stunden später funktionierte die Plattform wieder normal. In der Zwischenzeit konnten Kunden keine Guthaben verschieben, und verschiedene Funktionen der Börse arbeiteten nicht ordnungsgemäß, wie Beschwerden in sozialen Medien zeigen. Auch die App von Coinbase hatte laut dem Unternehmen Probleme.
Störung trifft Coinbase zu einem ungünstigen Zeitpunkt
Die mehrstündige Störung kommt für Coinbase obendrein zu einer ohnehin schwierigen Woche hinzu. Zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, etwa 14 Prozent der fast 5.000 Mitarbeiter zu entlassen. Kurz darauf folgten auch enttäuschende Quartalszahlen.
Der Umsatz von Coinbase sank im ersten Quartal um 31 Prozent auf 1,41 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 394 Millionen Dollar.
CEO Brian Armstrong erklärte, Coinbase wolle die Organisation umfassend reformieren und stärker auf künstliche Intelligenz setzen. Dabei fallen auch mehrere Managementebenen weg. „Nicht-technische Teams liefern inzwischen Produktionscode, und viele unserer Arbeitsprozesse werden automatisiert“, sagte Armstrong Anfang der Woche.
Coinbase-Aktie weiter unter Druck
Anleger reagieren negativ auf die Probleme bei Coinbase. Die Aktie notierte am Freitag im vorbörslichen Handel etwa drei Prozent schwächer. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits rund 15 Prozent an Wert verloren.
Die Störung verdeutlicht zudem, wie abhängig große Internetunternehmen von Amazon Web Services sind. AWS hatte bereits im Oktober des Vorjahres mit einer großen Störung zu kämpfen, die weltweit Tausende von Websites und Online-Diensten vorübergehend lahmlegte.
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