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Kraken geht Offensive auf den US-Derivatemarkt. Die Muttergesellschaft Payward legt bis zu 550 Millionen Dollar für Bitnomial auf den Tisch, eine Börse, die seit Jahren die notwendigen Lizenzen besitzt. Mit einem einzigen Vertragsabschluss umgeht die Kryptobörse so jahrelange Regulierungsprozesse.
Kraken hat die Übernahme heute über seinen eigenen Blog öffentlich gemacht. Darin bestätigt die Muttergesellschaft Payward, dass sie eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb von 100 Prozent der Anteile an Bitnomial unterzeichnet hat.
Die Zahlung beläuft sich auf bis zu 550 Millionen Dollar und erfolgt teils in bar, teils in Form von Aktienanteilen. Payward selbst wird im Rahmen des Deals mit 20 Milliarden Dollar bewertet. Der Abschluss ist für die erste Hälfte des Jahres 2026 geplant, sobald die Aufsichtsbehörden ihr Einverständnis erteilen.
Bitnomial ist die erste kryptonative Plattform in den USA, die alle drei erforderlichen Lizenzen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) besitzt: eine Lizenz für eine Börse, ein Clearinghouse (die Stelle, die Transaktionen abwickelt) und einen Futures-Broker.
Diese Kombination hat erheblichen strategischen Wert. Normalerweise dauert es Jahre, alle drei Genehmigungen zusammenzutragen. Payward sichert sich damit auf einen Schlag eine vollständig regulierte Abwicklungskette.
Co-CEO Arjun Sethi betont, dass es nicht um die Oberfläche des Marktes geht, sondern um das, was darunter liegt. „Die Form eines Marktes wird durch die Clearing-Infrastruktur bestimmt, nicht durch das Frontend“, erklärt er.
Laut Sethi mangelte es in den USA schlicht an Zahlungsabwicklungssysteme, die für digitale Coins konzipiert sind. „Bitnomial hat zehn Jahre daran gearbeitet: Krypto-Abwicklung, Krypto-Sicherheiten und Märkte, die rund um die Uhr laufen.“
Für amerikanische Kunden will Payward künftig Spot-Margin, ewige Futures und Optionen unter der Aufsicht der CFTC anbieten. Auch die Geschäftssparte Payward Services erhält einen Vorteil: Banken und Broker können über eine einzige API Zugang zu regulierten US-Derivaten erhalten.
Die Übernahme fügt sich in eine umfassendere Liste von Akquisitionen ein. Anfang dieses Jahres zahlte Kraken noch 1,5 Milliarden Dollar für NinjaTrader, eine US-amerikanische Plattform für Futures. Auch frühere, kleinere Übernahmen wie Small Exchange und BCM passten in dieses Bild.
Auffällig ist jedoch der Preis für Payward selbst. Anfang dieser Woche erwarb der deutsche Börsenbetreiber Deutsche Börse für 200 Millionen Dollar eine Beteiligung von 1,5 Prozent, was einer Bewertung von 13,3 Milliarden Dollar entsprach. In der Pressemitteilung von Bitnomial wird der Unternehmenswert nun bereits wieder auf 20 Milliarden Dollar beziffert.
Kraken reichte im November eine vertrauliche S-1 bei der SEC für einen Börsengang ein. Letzten Monat wurde jedoch bekannt, dass diese Pläne aufgrund der schwachen Marktlage auf Eis gelegt wurden.
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