Der Krieg mit Iran schafft eine der schwierigsten Marktumgebungen seit Jahren. Nicht nur Aktien fallen, auch Anleihen und sogar Gold stehen unter Druck. Damit droht der März zum schlechtesten Monat für das klassische 60-40-Portfolio seit 2022 zu werden.

Das ist bemerkenswert, denn normalerweise bieten Anleihen Schutz, wenn Aktien fallen. Jetzt passiert das Gegenteil: Beide großen Anlageklassen verlieren gleichzeitig an Boden. Anleger haben derzeit keine Möglichkeit, sich irgendwo zu verstecken.

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Warum dies so schmerzhaft ist

Die Ursache liegt im Energieschock, der durch den Krieg ausgelöst wurde. Aufgrund der faktischen Schließung der Straße von Hormus und der steigenden Ölpreise befürchten Anleger eine erneute Stagflationsphase.

Das ist die toxischste Kombination für Märkte:

  • das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich
  • die Inflation steigt weiter an
  • die Zentralbanken haben weniger Spielraum für Zinssenkungen
  • dadurch geraten sowohl Aktien als auch Anleihen unter Druck

Die internationalen Aktienmärkte haben in diesem Monat bereits mehr als sieben Prozent verloren, während breite Anleiheindizes ebenfalls stark gesunken sind. Gleichzeitig stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf das höchste Niveau seit Juli.

Auch Gold bietet keine Sicherheit mehr

Normalerweise fliehen Anleger in unruhigen Zeiten in Gold. Doch auch dieses Muster funktioniert derzeit nicht. Gold hat in diesem Monat stark nachgegeben, vor allem weil Anleger Gewinne aus früheren starken Anstiegen mitnehmen und Liquidität suchen.

Das zeigt, wie angespannt die aktuelle Lage ist: Was normalerweise als sicherer Hafen gilt, wird nun ebenfalls verkauft.

So bleibt kurzfristig wenig, um das Portfolio gegen diesen Schock zu schützen. In der ersten Phase eines Inflationsschocks scheinen vor allem Derivate auf Inflation oder Rohstoffe noch von Nutzen zu sein, aber für viele normale Anleger ist das kein einfacher Weg.

Bargeld gewinnt wieder an Boden

Daher fließt das Geld jetzt vor allem in Bargeld. Fondsmanager bauen ihre Kassenbestände in rasantem Tempo auf, so schnell wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Das sagt viel über die Stimmung aus: Anleger suchen nicht nach Rendite, sondern nach Sicherheit und Flexibilität.

Der Kern ist einfach. Solange der Krieg andauert, die Ölpreise hoch bleiben und die Straße von Hormus nicht normal funktioniert, bleibt der Druck auf nahezu alle großen Anlageklassen bestehen.

Wann kann sich das ändern?

Die Märkte beobachten jetzt vor allem zwei Signale:

  • eine deutliche Entspannung des Konflikts
  • ein sinkender Ölpreis, was eigentlich nur bei Ersterem möglich ist

Erst wenn diese Kombination sichtbar wird, kann das Vertrauen in Aktien und Anleihen zurückkehren. Bis dahin bleibt dies ein Markt, in dem Anleger das Gefühl haben, nirgendwo wirklich Zuflucht finden zu können.

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