World Liberty Financial, das Krypto-Projekt der Trump-Familie, gerät erneut in Schwierigkeiten. Diesmal handelt es sich um einen umstrittenen Vorschlag, die Token von frühen Investoren noch jahrelang zu sperren. Justin Sun, der größte Investor des Projekts, bezeichnet es als „einen der absurdesten Governance-Betrugsfälle aller Zeiten“.
Mit einer wachsenden Liste an Kontroversen entfernt sich das Projekt immer weiter von seinem Versprechen finanzieller Freiheit für alle.
Sun kritisiert „absurden“ Vorschlag
World Liberty Financial, die ambitionierte DeFi-Plattform, die die Trumps kurz vor den Wahlen 2024 starteten, veröffentlichte am Mittwoch einen Vorschlag in ihrem Governance-Forum. Die Token der frühen Investoren sollen noch zwei Jahre gesperrt bleiben und danach schrittweise freigegeben werden. Wer den Vorschlag ablehnt, behält seine Token auf unbestimmte Zeit eingefroren.
Der bekannte Krypto-Milliardär Sun, der nach eigenen Angaben 4 Prozent des gesamten WLFI-Angebots besitzt, reagierte wütend auf X. Er bezeichnet den Vorschlag als „reinen Zwang“.
Sun sieht darin „reinen Zwang“, weil Investoren vor eine unmögliche Wahl gestellt werden. Zudem sind seine eigenen Token eingefroren, sodass er nicht einmal über den Vorschlag abstimmen kann. Damit werden er und laut ihm viele andere große Tokenhalter an eine Entscheidung gebunden, über die sie nicht mitentscheiden dürfen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Sun das Projekt öffentlich angreift. Bereits am Montag nannte er World Liberty eine „Falle“ wegen eines umstrittenen Kredits von 75 Millionen Dollar und beschuldigte das Team der Manipulation von Abstimmungen.
World Liberty entstand im Herbst 2024, kurz vor Trumps Wahlsieg. Laut der eigenen Website ist ihre Mission, „finanzielle Zugänge für alle zu eröffnen, indem die Einschränkungen traditioneller Banken durch offene Blockchain-Infrastruktur ersetzt werden“.
Kritik wächst von mehreren Seiten
Die Kritik kommt nicht nur von Sun. Simon Dedic, Gründer der Risikokapitalfirma Moonrock Capital, schrieb auf X, dass frühe Investoren, „die auf satte Gewinne hofften, gerade geprellt wurden“.
Laut Dedic gibt der Vorschlag dem Team eine neue Möglichkeit, Werte aus dem Projekt zu ziehen. „Was zufällig genau mit dem Rest von Trumps Amtszeit zusammenfällt“, fügte er hinzu.
Sprecher David Wachsman hat erklärt, dass der Vorschlag darauf abzielt, alle Teilnehmer langfristig auf eine Linie zu bringen. Eine Abstimmung soll bald beginnen und eine Woche dauern.
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