Ethereum (ETH) wird nach den meisten Bewertungsmodellen derzeit unter dem Wert gehandelt, den das Netzwerk eigentlich haben müsste. Zu diesem Schluss kommt Ki Young Ju, CEO des Analyseunternehmens CryptoQuant, auf Basis von zwölf gängigen Bewertungsmethoden. Das stellt er in einer Analyse dar.

Neun der zwölf Modelle kommen auf einen theoretischen Wert von über 4.000 US‑Dollar, während der Ethereum-Kurs derzeit bei rund 2.800 US‑Dollar liegt. Ein zusammengesetzter „fairer Wert“, der auf allen Modellen gemeinsam basiert, liegt Ju zufolge bei etwa 4.836 US‑Dollar.

Zwölf verschiedene Methoden zur Bewertung von Ethereum. Quelle: ETHval

Netzwerkaktivität und Bewertungsmodelle

Die Bewertungsmodelle reichen von klassischen Netzwerkanalysen bis hin zu spezielleren Krypto-Kennzahlen. So kommt die App-Capital-Methode, die den Wert aller On-Chain-Vermögenswerte auf Ethereum berücksichtigt – von Stablecoins über NFTs bis hin zu tokenisierten Assets –, auf eine Bewertung von 4.918 US‑Dollar.

Ein anderes Modell, das auf dem bekannten Metcalfe’s Law basiert (wonach der Wert eines Netzwerks mit der Anzahl aktiver Nutzer wächst), schätzt den theoretischen Wert sogar auf 9.484 US‑Dollar. Das würde bedeuten, dass Ethereum um mehr als 200 Prozent unterbewertet ist.

Auch im sogenannten Layer-2-Modell, das auf die gesamte Wertmenge blickt, die in Ethereums Skalierungsnetzwerken hinterlegt ist, ergibt sich eine Bewertung von über 4.600 US‑Dollar.

Zweifel an traditionellen Modellen

In der Ethereum-Community wird bereits seit Längerem darüber diskutiert, wie digitale Netzwerke am besten bewertet werden können. Traditionelle Finanzmodelle greifen nach Ansicht vieler Entwickler zu kurz, weil Blockchains sowohl Technologieplattform als auch Marktplatz für digitale Vermögenswerte sind.

Das Bild ist allerdings nicht durchweg positiv. Das Revenue-Yield-Modell, das den Wert von Ethereum mit den Netzwerkeinnahmen und den Staking-Erträgen verknüpft, kommt auf einen deutlich niedrigeren „fairen Wert“: rund 1.296 US‑Dollar. Nach diesem Modell wäre Ether also um mehr als 50 Prozent überbewertet.

Dieses Umsatzmodell gilt laut ETHval, der Datenquelle hinter den Bewertungen, als das verlässlichste der zwölf Modelle. Die niedrige Bewertung hängt mit zurückgehenden Netzwerkeinnahmen zusammen, da die Transaktionsgebühren auf Ethereum derzeit historisch niedrig sind und andere Blockchains einen Teil der Nutzer abziehen.

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