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Iran erwägt den Einsatz von Kryptowährungen beim Verkauf von Waffen an ausländische Parteien. Das berichtet die Financial Times. Es handelt sich um eine alternative Zahlungsmethode für internationale Transaktionen, etwas, das im weltweiten Waffenhandel bisher kaum vorkommt.
Die Initiative stammt von Mindex, dem Exportzentrum des iranischen Verteidigungsministeriums. Dieses Staatsunternehmen ist verantwortlich für den offiziellen Waffenexport des Landes und spielt eine zentrale Rolle im verteidigungsbezogenen Handel Irans mit dem Ausland.
Laut dem Bericht soll der Einsatz von Kryptowährungen insbesondere für den Export fortschrittlicher Militärsysteme gelten. Dazu gehören ballistische Raketen, Marineschiffe und andere hochwertige Verteidigungsausrüstungen.
Mindex hat erklärt, dass es bereit ist, Verträge in digitalen Währungen abzuwickeln. Zudem steht die Agentur auch für Tauschhandel und Zahlungen in iranischen Rials offen. Damit scheint Iran bewusst nach Alternativen zum traditionellen internationalen Bankensystem zu suchen.
Der vorgeschlagene Zahlungsrahmen soll laut Financial Times erstmals im Jahr 2025 eingeführt werden. Obwohl Kryptowährungen zunehmend im internationalen Handel genutzt werden, ist ihr Einsatz beim Waffenverkauf äußerst ungewöhnlich.
Analysten sehen das Vorhaben als seltenes öffentliches Signal einer Regierung, die digitale Währungen direkt mit Militärexporten verknüpfen will. Dies unterstreicht, wie außergewöhnlich der Schritt Irans im globalen Verteidigungssektor wahrgenommen wird.
Mindex operiert als Staatsunternehmen und hat nach eigenen Angaben Handelsbeziehungen mit Abnehmern in etwa 35 Ländern. Damit verfügt die Agentur über eine breite internationale Präsenz.
Auf der offiziellen Website von Mindex wird ein umfangreiches Produktangebot präsentiert, darunter Raketensysteme, Munition und spezialisierte Marineschiffe. Dieses Portfolio zeigt, dass Iran sich ausdrücklich als Exporteur von Verteidigungsmaterial positionieren möchte.
Der mögliche Einsatz von Kryptowährungen erfolgt vor dem Hintergrund lang anhaltender internationaler Sanktionen. Die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und die Europäische Union haben Maßnahmen gegen das iranische Raketenprogramm, den Ölexport und den Zugang zum globalen Finanzsystem verhängt.
Aufgrund dieser Beschränkungen sind traditionelle Zahlungskanäle für Iran weitgehend blockiert. Infolgedessen greift das Land zunehmend auf alternative Handelsformen zurück, wie Tauschhandel und digitale Währungen wie Bitcoin.
Gleichzeitig wird die Durchsetzung der Sanktionen weiter verschärft. Letzten Monat kündigten die US-Behörden Sanktionen gegen 29 Schiffe an, die beschuldigt werden, geheime iranische Öltransporte unterstützt zu haben.
Laut amerikanischen Beamten waren diese Schiffe Teil einer sogenannten Schattenflotte, die dazu vorgesehen sei, die internationalen Beschränkungen auf den iranischen Ölexport zu umgehen.
Trotz des zunehmenden Drucks spielt Mindex öffentlich die Folgen der Sanktionen für Waffengeschäfte herunter. Auf der Website der Agentur wird erklärt, dass Verträge nach wie vor problemlos ausgeführt werden können.
Diese Äußerungen deuten darauf hin, dass Iran im Rahmen seiner eigenen Politik Spielraum sieht, Lieferungen trotz der offiziell geltenden internationalen Beschränkungen fortzusetzen.
Der Einsatz von Kryptowährungen ist für Iran allerdings nichts Neues. Das Land nutzt schon seit Jahren digitale Währungen, um weniger abhängig von traditionellen Finanzsystemen zu sein.
So gab das US-Finanzministerium früher bekannt, dass zwei iranische Staatsbürger an Kryptotransaktionen im Wert von über 100 Millionen Dollar beteiligt gewesen seien, die mit Ölverkäufen zwischen 2023 und 2025 in Verbindung stehen. Diese Geldströme wurden als Teil eines breiteren finanziellen Schattennetzwerks beschrieben, das den iranischen Staat unterstützt.
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie Iran seine wirtschaftlichen und Handelsstrategien an den internationalen Druck anpasst. Da die Sanktionen anhalten und weiter verschärft werden, nimmt die Bedeutung alternativer Zahlungsmittel zu.
Digitale Währungen scheinen dabei eine immer zentralere Rolle zu spielen, um internationale Transaktionen für Iran zu ermöglichen, sowohl im Energiesektor als möglicherweise auch beim Export von Verteidigungsmaterial.
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