Iran hat angekündigt, dass der Irak von den Schifffahrtsbeschränkungen in der Straße von Hormus ausgenommen wird. Dies könnte eine bedeutende Entwicklung für die weltweite Ölversorgung darstellen, da der Irak stark auf diese Route für seine Exporte angewiesen ist.

Der Irak ist der zweitgrößte Ölproduzent innerhalb der OPEC und fördert normalerweise Millionen Barrel pro Tag. Sollte die Ausnahme umgesetzt werden, könnten theoretisch etwa 3 Millionen Barrel Öl pro Tag wieder auf den Markt kommen, was den Druck auf den Ölmarkt verringern könnte.

„Bruderland“ Irak ausgenommen

Der iranische Militärsprecher gab die Ausnahme in einer arabischsprachigen Videobotschaft über die staatliche Nachrichtenagentur IRNA bekannt. Er bezeichnete den Irak als „Bruderland“, das von den Beschränkungen ausgenommen ist, die Iran in der Straße von Hormus verhängt hat. Dabei dankte er dem irakischen Volk für die Unterstützung seit Beginn des Konflikts.

Die enge Verbindung zwischen beiden Ländern spielt dabei eine wichtige Rolle. Trotz des blutigen Krieges in den 1980er Jahren pflegen Iran und Irak heute enge Beziehungen. Beide Länder haben eine schiitische Mehrheit, irakische Milizen sind Teil des regionalen Netzwerks Irans und Bagdad ist teilweise von iranischen Gaslieferungen abhängig.

Irakische Ölexporte um 97 Prozent gesunken

Die Auswirkungen könnten erheblich sein. Die irakischen Ölexporte sanken im März um etwa 97 Prozent, von Millionen Barrel pro Tag auf durchschnittlich nur noch 99.000 Barrel pro Tag. Der Export erfolgte fast ausschließlich über eine Pipeline durch die Türkei zum Mittelmeerhafen Ceyhan.

Die Ausnahme könnte theoretisch den Weg für eine Wiederaufnahme des Seeexports über den Persischen Golf eröffnen. Dennoch bleiben wichtige Unsicherheiten. So ist unklar, ob die Regelung für alle irakischen Öle gilt oder nur für Schiffe unter irakischer Flagge. Ebenso ist unklar, wie Iran diese Ausnahme in der Praxis durchsetzen wird.

Reedereien müssen Risiko eingehen wollen

Ein irakischer Beamter warnte, dass die Nutzbarkeit der Ausnahme von der Bereitschaft der Reedereien abhängt, die Meerenge tatsächlich zu durchqueren. Nach fünf Wochen Krieg und anhaltenden Angriffen ist die Schifffahrt durch Hormus noch immer ein Bruchteil des Vorkriegsniveaus.

Es ist auch unklar, wie viel Tankerkapazität direkt verfügbar ist, um irakisches Öl aus dem Golf abzuholen. Nach Wochen des Chaos in der Schifffahrt sind viele Tanker anderswo festgelegt oder umgeleitet worden.

Vorsichtig positives Signal

Die Ausnahme fügt sich in ein Muster schrittweiser Lockerungen ein. Iran ließ zuvor bereits Schiffe befreundeter Länder wie Pakistan, Indien und China durch die Meerenge. Diese Woche passierten erstmals auch ein französisches Containerschiff und ein japanischer Gastanker Hormus.

Dennoch bleibt der gesamte Schiffsverkehr weit unter dem normalen Niveau. Vor dem Ausbruch des Krieges verlief etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Ströme über diese Route. Die Ausnahme für den Irak ist ein Fortschritt, aber von einer strukturellen Wiedereröffnung kann noch keine Rede sein.

Für den Ölmarkt ist es jedoch eine Entwicklung, die genau beobachtet werden sollte. Wenn der Irak seine Exporte über den Persischen Golf tatsächlich wieder aufnehmen kann, könnte dies für eine gewisse Entlastung in einem Markt sorgen, in dem der Ölpreis noch immer über 110 Dollar pro Barrel liegt.

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