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Das Kryptoprojekt Humanity Protocol wurde von einem schweren Hack getroffen, bei dem Angreifer digitale Vermögenswerte im Wert von über 36 Millionen Dollar erbeuteten. Der Angriff führte zu einem massiven Kursrückgang des H-Tokens, der innerhalb eines Tages über 80 % seines Wertes verlor.

Laut dem Team hinter Humanity Protocol verschafften sich die Hacker Zugang zu wichtigen Administratorrechten, nachdem der Laptop eines Mitarbeiters kompromittiert wurde. Dadurch konnten sie Teile der Infrastruktur sowohl auf Ethereum als auch auf der BNB Chain kontrollieren.

Hacker erlangen Kontrolle über zentrale Systeme

Aus einer Erklärung von Humanity Protocol geht hervor, dass der Angriff am Montag stattfand und koordiniert auf mehreren Blockchains gleichzeitig ausgeführt wurde. Den Angreifern gelang es, verschiedene private Schlüssel zu erbeuten, die ihnen Zugang zu wesentlichen Verwaltungssystemen des Protokolls verschafften.

Mit diesen Rechten konnten die Hacker etwa 141 Millionen H-Tokens stehlen. Zudem wurden durch bösartige Vertragsänderungen über 200 Millionen neue H-Tokens erstellt.

Der Gesamtschaden wird auf über 36 Millionen Dollar geschätzt.

H-Token verliert fast 90 % seines Werts

Die Auswirkungen auf den Markt waren sofort sichtbar. Der Kurs von H fiel von etwa 0,73 Dollar am Montag auf weniger als 0,08 Dollar am Dienstagmorgen. Damit verlor der Token fast 90 % seines Wertes in weniger als 24 Stunden.

Obwohl der Preis sich später auf rund 0,20 Dollar erholte, liegt der Token immer noch mehr als 70 % unter dem Stand vom Vortag. Der starke Rückgang machte nahezu alle Gewinne der letzten Wochen zunichte.

Gründer Terence Kwok bestätigte den Angriff und warnte die Nutzer, vorerst die Infrastruktur des Projekts nicht zu nutzen.

Sicherheitsfehler, keine Schwachstelle in Smart Contracts

Laut Meir Dolev, Mitgründer und CTO des Blockchain-Sicherheitsunternehmens Cyvers, wurde der Angriff nicht durch einen Fehler in den Smart Contracts von Humanity Protocol verursacht.

Ihm zufolge erhielten die Hacker Zugang zu einem privaten Schlüssel, der mit einem Mitglied der Humanity Foundation verknüpft war. Dadurch konnten sie Administratorrechte übernehmen und Änderungen vornehmen, die normalerweise nur vom Projektteam durchgeführt werden können.

Nach dem Erlangen dieser Rechte erstellten die Angreifer Berichten zufolge etwa 100 Millionen neue H-Tokens. Anschließend wurden die gestohlenen und neu erstellten Tokens in ETH und BNB umgewandelt und auf mehrere Wallets verteilt.

Dolev bezeichnet den Vorfall als ein Beispiel für ein strukturelles Problem innerhalb einiger Blockchain-Projekte.

„Wenn ein einziger Schlüssel sowohl Zugang zu Geldern als auch die Befugnis zur Änderung von Protokollen gewährt, entsteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko.“

Humanity Protocol stoppt Bridges

Das Team hinter Humanity Protocol hat inzwischen alle Ein- und Auszahlungen über die betroffenen Bridges gestoppt. Zudem arbeitet es mit Kryptobörsen und Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die gestohlenen Gelder nachzuverfolgen.

Laut Forschern verfügt der Angreifer noch immer über eine beträchtliche Menge an H-Tokens. Aufgrund der begrenzten Liquidität des Marktes dürfte es jedoch schwierig sein, diese Position vollständig zu verkaufen, ohne den Kurs weiter unter Druck zu setzen.

Große Tokenfreigabe steht bevor

Der Hack ereignet sich zu einem sensiblen Zeitpunkt für das Projekt. Am 25. Juni steht eine große Tokenfreigabe an.

Laut Daten von Tokenomist werden dann etwa 266,5 Millionen H-Tokens freigegeben. Das entspricht rund 9,4 % des derzeit ausgegebenen Angebots. Nach dem Kurs vor dem Hack hätte diese Freigabe einen Wert von etwa 33 Millionen Dollar dargestellt.

Investoren befürchten, dass diese zusätzlichen Tokens für weiteren Verkaufsdruck sorgen könnten, während das Vertrauen in das Projekt bereits belastet ist.

Spekulation über Rolle eines Market Makers

Der Hack sorgte auch für Diskussionen innerhalb der Kryptogemeinschaft. Der Blockchain-Analyst ZachXBT schlug zunächst vor, dass das Ereignis möglicherweise mit verdächtigen Aktivitäten eines Market Makers in Verbindung steht.

Nach weiterer Untersuchung zog er diese Schlussfolgerung jedoch zurück.

Laut ZachXBT scheinen die verdächtigen Market Maker-Transaktionen und die Kompromittierung des privaten Schlüssels zwei getrennte Ereignisse zu sein, die wahrscheinlich nicht miteinander verbunden sind.

Erneuter schwerer Schlag für DeFi

Der Angriff auf Humanity Protocol unterstreicht erneut die Sicherheitsprobleme in der Welt der dezentralen Finanzen, bekannt als DeFi.

Laut Daten von DeFiLlama gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bereits mehr als 885 Millionen Dollar durch Hacks, Exploits und andere Sicherheitsvorfälle verloren. Damit gehört 2026 jetzt schon zu den schwersten Jahren überhaupt für die Sicherheit von DeFi-Projekten.

Humanity Protocol hat angekündigt, eine umfassende Analyse des Vorfalls zu veröffentlichen, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.

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