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Der Makro-Investor und ehemalige Hedgefonds-Manager Jordi Visser hat kürzlich Ether gekauft. Ihm zufolge steht die Welt am Beginn einer neuen Phase, in der Tokenisierung und künstliche Intelligenz immer enger miteinander verwoben werden.
In einem Podcast mit Anthony Pompliano äußerte Visser, dass der Einfluss der Tokenisierung in den kommenden Jahren unterschätzt wird. Insbesondere das Aufkommen von KI-Agenten, Software, die eigenständig Online-Aufgaben ausführt, könnte seiner Meinung für zusätzliche Nachfrage nach digitalen Assets sorgen.
Visser zufolge liegt das Problem in der Art und Weise, wie KI-Agenten Online-Transaktionen abwickeln müssen. Diese autonomen Systeme haben keinen Zugang zu herkömmlichen Bankdienstleistungen, können keinen Kredit beantragen und verfügen weder über ein Konto noch über menschliche Genehmigungsinstanzen.
Visser sieht deshalb digitale Assets wie Ether und Stablecoins als logische Zahlungsmittel für KI-Agenten. Diese Vermögenswerte können ohne traditionelles Bankkonto oder Login-Verfahren genutzt werden.
„KI-Agenten existieren bereits“, sagte Visser. „Sie benötigen Nahrung, und diese Nahrung ist nicht physisch, sondern Tokens.“ Dies könnte seiner Meinung nach zu einem Engpass führen, der letztlich zu einem klaren Spannungsverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Markt führt.
Erste Anzeichen dieser Entwicklung sind bereits erkennbar. Autonome Online-Zahlungen haben in diesem Jahr stark zugenommen. Laut Daten von x402.org wurde allein im letzten Monat ein Transaktionsvolumen von über 24 Millionen Dollar über den Coinbase x402-Standard abgewickelt.
Gleichzeitig bemühen sich immer mehr Kryptoprojekte, Zahlungslösungen für KI-Agenten zu integrieren. So kündigte die Algorand Foundation kürzlich eine Zusammenarbeit mit Google an, das den AP2 Agentic Payments Protocol weiterzuentwickeln und das sogenannte „Agentic Commerce” zu fördern.
Zudem verweist Visser auf die starke Stellung von Ethereum im Bereich der Tokenisierung realer Vermögenswerte. Die Blockchain zählt zu den wichtigsten Plattformen für die Tokenisierung traditioneller Anlageklassen. Laut RWA.xyz hält das Netzwerk inklusive Layer-2-Netzwerken einen Marktanteil von über 60 Prozent bei tokenisierten Assets.
Für Visser geht es bei der Tokenisierung nicht nur um Kryptowährungen. Er betrachtet sie als strukturelle Entwicklung, die notwendig ist, um Kapital freizusetzen, das derzeit in schwer handelbaren Anlageklassen wie Private Credit, Private Equity und Wagniskapital gebunden ist.
Laut Visser ist die Preisfindung ein zentraler Vorteil der Tokenisierung. Viele illiquide Vermögenswerte besitzen keinen transparenten Marktpreis, was die Kapitalmobilität erschwert. Durch Tokenisierung könnten sie jedoch einfacher gehandelt und bewertet werden.
Visser ist überzeugt, dass Transparenz und Liquidität an den Märkten künftig eine entscheidende Rolle spielen werden. „Tokenisierung ist eigentlich notwendig. Zumindest für die Preisfindung all jener Anlagen, in denen Kapital heute gebunden ist“, so Visser.
Obwohl Visser positiv gegenüber Ethereum und der Tokenisierung eingestellt ist, warnt er auch vor steigender Inflation. Daher möchte er eigenen Angaben zufolge auch in Gold und Silber investieren. Zudem hat er Bitcoin als Absicherung gegen makroökonomische Unsicherheiten erworben.
Seine Sichtweise spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem Investoren zunehmend auf die Kombination von KI, Tokenisierung und digitalen Assets setzen. Sollten KI-Agenten tatsächlich eigenständig Online-Zahlungen durchführen, könnte dies laut Visser eine neue Quelle der Nachfrage für Blockchains, Stablecoins und Token wie Ether schaffen.
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