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Eine neue Untersuchung der Blockchain hat eine alte Diskussion um Cardano (ADA)-Gründer Charles Hoskinson wieder entfacht. Im Mittelpunkt der Debatte steht ein Vorwurf aus dem Jahr 2025: Hat Hoskinson während der Hausse des Jahres 2021 heimlich über eine Milliarde ADA verkauft? Ein Forscher hat die öffentlichen Blockchain-Daten untersucht. Er fand Hinweise, die teilweise zur Geschichte passen, aber keinen Beweis, dass die Coins tatsächlich verkauft wurden.
Der Aufruhr begann im Mai 2025. Ein Nutzer auf X, unter dem Namen Slimelife, behauptete, er habe im Auftrag von Hoskinson etwa 1,5 Milliarden ADA während des Kursanstiegs 2021 verkauft. Laut dieser Anschuldigung soll es auch eine Vereinbarung mit Ethereum-Mitgründer Gavin Wood gegeben haben, der über einen Zeitraum von zehn Monaten monatlich etwa 20 Millionen ADA erhalten haben soll.
Es sind schwere Vorwürfe, die bislang nicht mit Zahlen untermauert waren. Das wollte NFT-Künstler Masato Alexander ändern. Er entschied sich, die Behauptungen anhand der Blockchain zu überprüfen, auf der alle ADA-Transaktionen öffentlich und nachvollziehbar sind.
Alexander begann mit den angeblichen monatlichen Zahlungen an Gavin Wood. Und tatsächlich: Zwischen April und November 2021 entdeckte er neun separate Transaktionen von jeweils etwa 20,2 Millionen ADA, immer mit einem Abstand von etwa vier Wochen, alle auf dasselbe Konto. Diese Zahlungen summierten sich auf rund 185 Millionen ADA. Dieses Muster in Bezug auf Betrag und Zeitrahmen passt auffallend gut zu den Anschuldigungen.
Dann untersuchte er, woher diese ADA stammten. Durch die Rückverfolgung der Transaktionen kam er zur ursprünglichen Verteilung von ADA, als Cardano 2018 startete. Eine dieser ursprünglichen Zuweisungen umfasste über 2,46 Milliarden ADA, was seiner Meinung nach einer bekannten Zuteilung an Input Output Global (IOG), das Unternehmen hinter der Entwicklung von Cardano, entspricht.
Alexander stellte zudem fest, dass die empfangende Adresse die Coins nicht behielt, sondern sie stets an eine zentrale Sammeladresse weiterleitete. Auf dieser einen Adresse sammelten sich schließlich etwa 1,21 Milliarden ADA, die von nicht weniger als 37 verschiedenen Wallets stammten.
Darüber hinaus entdeckte er einen zweiten großen Geldstrom. Zwischen Februar und März 2021 wurden etwa 925 Millionen ADA bewegt, verteilt auf 33 Transaktionen von jeweils 10 bis 50 Millionen ADA. Auch diese Coins ließen sich laut seiner Analyse auf dieselbe frühe Cardano-Verteilung zurückführen. Das Volumen, der Zeitrahmen und die Regelmäßigkeit all dieser Transaktionen stimmen Alexander zufolge mit mehreren Elementen der ursprünglichen Anschuldigung überein.
Und hier kommt die entscheidende Nuance, die die ganze Geschichte in ein neues Licht stellt. Alexander hebt selbst ausdrücklich hervor, dass seine Untersuchung keinen Beweis dafür liefert, dass die 1,5 Milliarden ADA tatsächlich verkauft wurden.
Die Blockchain zeigt nämlich nur, dass Coins von einer Wallet zur anderen verschoben wurden. Was danach außerhalb der Blockchain geschah, ist nicht ersichtlich. Es ist also unmöglich festzustellen, ob die ADA tatsächlich verkauft wurden, an wen die Coins letztlich übergingen oder wer genau hinter all den Wallets steckte. Eine Verschiebung zwischen Wallets kann ein Verkauf sein, aber ebenso gut eine interne Umbuchung, eine Verwahrung oder etwas ganz anderes.
Laut Alexander bestätigen die Transaktionen die Vorwürfe daher nicht. Sie zeigen lediglich, dass verschiedene Elemente der ursprünglichen Geschichte in den Blockchain-Daten auffindbar sind. Es ist ein Indiz, kein Beweis.
Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem ohnehin viel Aufmerksamkeit auf Cardano gerichtet ist. Hoskinson kündigte kürzlich an, sich vorübergehend zurückzuziehen, aufgrund von anhaltenden Problemen im Ökosystem, kehrte jedoch wenige Tage später zurück, um sein Vertrauen in die Zukunft des Netzwerks zu bekräftigen.
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