Google plant finanzielle Unterstützung für den Bau eines Mega-Rechenzentrums in Texas, das für das KI-Unternehmen Anthropic bestimmt ist. Das Projekt soll in der ersten Phase mehr als 5 Milliarden Dollar kosten und umfasst einen Campus von etwa 2.800 Hektar. Dies berichtete die Financial Times unter Berufung auf Quellen, die mit den Plänen vertraut sind.
Rechenzentrum mit dem Energieverbrauch von einer halben Millionen Haushalte
Der Bau hat bereits begonnen. Bis Ende 2026 soll die Anlage eine Kapazität von 500 Megawatt erreichen, vergleichbar mit dem Energieverbrauch von etwa einer halben Million amerikanischer Haushalte. Später könnte diese auf 7,7 Gigawatt erweitert werden.
Der Standort in Texas wurde strategisch gewählt. Das Datencenter liegt in der Nähe wichtiger Gaspipelines, sodass Energie lokal mit Gasturbinen erzeugt werden kann. Dies sorgt für eine stabile Stromversorgung, die für den Betrieb fortschrittlicher KI-Systeme unerlässlich ist.
Google wird voraussichtlich einen Kredit für den Bau bereitstellen. Dank seiner starken finanziellen Lage kann das Projekt wahrscheinlich zu günstigeren Konditionen finanziert werden. Mehrere Banken zeigen Interesse an der Finanzierung der ersten Phase.
Bemerkenswerte Zusammenarbeit
Die Investition ist bemerkenswert, da Google und Anthropic auch in der KI-Branche Wettbewerber sind. Google entwickelt seine eigenen KI-Modelle unter dem Namen Gemini, während Anthropic mit Claude einen direkten Konkurrenten aufbaut. Dennoch investiert Google seit längerem in Anthropic und vertieft nun diese Zusammenarbeit durch Unterstützung der Infrastruktur.
Dies unterstreicht, wie groß der Bedarf an Rechenleistung geworden ist. Unternehmen benötigen immer leistungsfähigere Rechenzentren, um KI-Modelle zu trainieren und anzuwenden. Das Wettrennen um Kapazitäten ist mittlerweile ebenso wichtig wie das Rennen um das beste Modell.
Anthropic im Konflikt mit dem Pentagon
Die Expansion kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Anthropic hatte einen Vertrag über 200 Millionen Dollar mit dem US-Militär, aber diese Zusammenarbeit geriet unter Druck. Berichten zufolge weigerte sich das Unternehmen, bestimmte Sicherheitsmaßnahmen aus seinen KI-Systemen zu entfernen, was Risiken im Bereich der Massenüberwachung mit sich brachte.
Verteidigungsminister Pete Hegseth reagierte, indem er Anthropic als Risiko für die Lieferkette einstufte. Militärische Partner durften keine Geschäfte mehr mit dem Unternehmen machen. Ein Bundesrichter blockierte die Maßnahme vorerst wegen der möglichen finanziellen und rufschädigenden Konsequenzen für Anthropic.
Geleaktes KI-Modell sorgt für Unruhe
Unterdessen arbeitet Anthropic an neuen Modellen. Geleakte Informationen über ein Modell namens Mythos sorgten kürzlich für Unruhe. Cybersecurity-Unternehmen reagierten besorgt, aus Angst, die Technologie könnte auch von Hackern genutzt werden. Zudem wurde Anfang der Woche der vollständige Quellcode von Anthropics beliebtem Codetool Claude Code geleakt.
Die Entwicklungen zeigen, wie schnell sich der KI-Sektor bewegt und wie groß die Spannungen zwischen Innovation, Sicherheit und Kontrolle sind. Die Zusammenarbeit zwischen Google und Anthropic verdeutlicht, dass die Zukunft der KI nicht nur von den besten Modellen abhängt, sondern auch davon, wer über die Infrastruktur verfügt, um diese zu betreiben.
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