Ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran wird laut Golfstaaten und europäischen Führern mindestens sechs Monate dauern. Das berichten Vertreter beider Regionen Bloomberg. Sie drängen darauf, den Waffenstillstand zu verlängern und die Straße von Hormus sofort zu öffnen. Ohne Wiedereröffnung droht laut ihnen im nächsten Monat eine weltweite Lebensmittelkrise.
Sechs Monate Verhandlungen
Der aktuelle zweiwöchige Waffenstillstand läuft am Dienstag aus. Die USA und der Iran diskutieren über eine Verlängerung um zwei Wochen, doch das ist laut Golfstaaten und europäischen Vertretern viel zu kurz. Sie fordern einen sechsmonatigen Waffenstillstand, um genug Zeit für ein vollständiges Abkommen zu haben.
Es wird erwartet, dass die Verhandlungen langwierig und schwierig sein werden. Die Streitpunkte sind zahlreich: Irans Atomprogramm, das Raketenprogramm, Sanktionserleichterungen, die Kontrolle über Hormus und der Krieg im Libanon. Jedes dieser Themen ist für sich genommen schon komplex. Zusammen bilden sie ein Puzzle, das nicht in Wochen, sondern in Monaten gelöst werden muss.
Hormus muss jetzt öffnen
Die Dringlichkeit liegt bei der Straße von Hormus. Sie ist seit Beginn des Konflikts effektiv geschlossen. Golfstaaten wie Saudi-Arabien, die VAE und Katar können ihre Exporte von Öl, LNG, Aluminium und Düngemittel kaum abwickeln. Das trifft ihre Volkswirtschaften direkt.
Die Vertreter warnen, dass, wenn Hormus nicht bis nächsten Monat öffnet, eine globale Lebensmittelkrise entstehen könnte. Düngemittel aus den Golfstaaten sind essenziell für die Landwirtschaft in Dutzenden von Ländern. Ohne Nachschub könnte das Auswirkungen auf Lebensmittelpreise und -verfügbarkeit haben.
Der Ölpreis stieg am Donnerstag erneut um 3,5 Prozent auf über 98 Dollar pro Barrel. Seit Beginn des Konflikts sind die Ölpreise um 35 Prozent gestiegen.
Golfstaaten: Iran strebt nach Atomwaffen
Zum Atomdossier sind die Golfstaaten klar. Laut Vertretern glauben sie, dass Iran nach einer Atombombe strebt, und der Krieg hat daran nichts geändert. Sie fordern, dass ein Friedensabkommen Iran verbietet, Uran anzureichern oder Langstreckenraketen zu besitzen.
Zugleich sind die meisten Golfstaatenführer gegen eine Wiederaufnahme der Kämpfe. Sie wollen, dass die USA den diplomatischen Weg einschlagen, nicht den militärischen.
Libanon als Verhandlungschance
Eine neue Entwicklung könnte helfen. Trump kündigte am Donnerstag einen zehn Tage andauernden Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon an. Hisbollah wurde dabei nicht erwähnt, doch Vertreter sagen, dass ein Waffenstillstand im Libanon die Verhandlungen mit dem Iran erleichtern könnte.
Iran fordert seit Wochen, dass Libanon in den breiteren Waffenstillstand einbezogen wird. Indem diese Forderung teilweise erfüllt wird, könnte in anderen Bereichen Verhandlungsspielraum entstehen.
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