Gold erlebte im März einen dramatischen Monat. Das Edelmetall verlor etwa 12 Prozent und verzeichnete damit die schlechteste Monatsleistung seit Jahren. Auf den ersten Blick überraschend, denn normalerweise würde man erwarten, dass Gold von Krieg, Unruhe und geopolitischen Spannungen profitiert.
Doch diesmal lief es anders. Laut der Analyse lag der größte Schlag nicht nur in der Panik, sondern vor allem in der Marktstruktur selbst.
Warum Gold so stark fiel
Die Hauptursache scheint eine Welle von Abbau von Hebelpositionen gewesen zu sein. Während der starken Rally im Januar stiegen viele Anleger über Call-Optionen und andere spekulative Konstruktionen in Gold ein. Dadurch wurde der Markt anfällig.
Als sich die Kriegssituation weiter zuspitzte, geschah etwas, das in stressigen Märkten häufiger vorkommt: Anleger verkauften nicht nur ihre Verluste, sondern auch ihre Gewinner. Gold wurde daher nicht mehr als sicherer Hafen betrachtet, sondern als etwas, das verkauft werden musste, um Liquidität freizumachen.
Das funktionierte ungefähr so:
- Anleger waren stark long in Gold positioniert;
- der Krieg sorgte für breitere Unruhe an den Finanzmärkten;
- Positionen wurden massenhaft abgebaut;
- Gold fiel zusammen mit anderen risikoreichen Anlagen, anstatt zu steigen.
Starker Dollar und Zinsängste belasteten zusätzlich
Hinzu kam ein zweites Problem: Der Dollar wurde stärker und der Markt begann erneut, mit höheren Zinsen zu rechnen. Das ist in der Regel schlecht für Gold.
Die Logik dahinter ist einfach. Wenn die Erwartung wächst, dass die Zentralbanken die Zinsen hoch halten oder sogar erhöhen, wird Gold weniger attraktiv. Es bringt schließlich selbst keine Zinsen. Gleichzeitig schwächte der stärkere Dollar die übliche geopolitische Unterstützung für Gold erheblich.
Gerüchte über Zentralbanken halfen ebenfalls nicht
Das negative Sentiment wurde weiter verstärkt durch Berichte, dass einige Zentralbanken möglicherweise Gold verkaufen. In dem Text werden unter anderem die Türkei, Polen und Ölexporteure der Golfregion als mögliche Quellen zusätzlichen Angebots genannt.
Selbst wenn nicht alles davon vollständig bestätigt ist, wirkt sich eine solche Geschichte psychologisch auf den Markt aus. Besonders, da Zentralbanken in den letzten Jahren vor allem als strukturelle Käufer von Gold bekannt waren. Sobald Anleger fürchten, dass diese Nachfrage in Angebot umschlägt, steigt der Druck auf den Goldpreis schnell.
Warum Goldman Sachs und UBS dennoch optimistisch bleiben
Trotz des starken Rückgangs bleiben Goldman Sachs und UBS langfristig optimistisch für Gold.
Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 5.400 Dollar bis Ende 2026 fest. Die Idee dahinter ist, dass Zentralbanken weiterhin Gold kaufen und damit einen soliden Boden für den Markt schaffen.
UBS ist etwas vorsichtiger geworden und hat seine Prognose von 5.200 auf 5.000 Dollar gesenkt, sieht aber weiterhin Aufwärtspotenzial. Vor allem wenn das Wirtschaftswachstum weiter nachlässt und die Zentralbanken später doch wieder lockern müssen, könnte Gold laut dieser Einschätzung erneut profitieren.
Was Anleger daraus lernen können
Der Rückgang von Gold im März bedeutet also nicht automatisch, dass die langfristige Geschichte zerstört ist. Es zeigt vor allem, dass selbst ein klassischer sicherer Hafen stark fallen kann, wenn:
- der Markt zu einseitig positioniert ist;
- Anleger gezwungen sind, Risiken abzubauen;
- der Dollar steigt;
- Zinserwartungen steigen.
Die Kernbotschaft ist damit klar: Gold fiel im März nicht, weil es seine Rolle als sicherer Hafen vollständig verloren hat, sondern weil der Markt vorübergehend von Deleveraging, Dollarstärke und Zinsängsten überschwemmt wurde. Goldman Sachs und UBS sehen diesen Rückschlag daher vorerst eher als eine heftige Korrektur denn als das Ende des Bullenmarktes.
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