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Gold und Silber haben sich am Montagabend erholt, nachdem Trump eine fünftägige Pause der Angriffe auf den Iran verkündete. Doch die Entwicklung am Tagesbeginn erzählt eine besorgniserregendere Geschichte: Gold fiel um fast 9 % und Silber um mehr als 10 %. Das ist nicht das Verhalten eines sicheren Hafens während eines Krieges.

Heftige Schwankungen an einem Tag

Die Kursbewegungen am Montag zeigen, wie volatil der Edelmetallmarkt geworden ist. Im frühen Handel brachen Gold und Silber stark ein. Nach Trumps Ankündigung über „produktive Gespräche“ mit dem Iran änderte sich die Stimmung. Gold begrenzte den Verlust auf etwa 1 %, Silber konnte sogar leicht zulegen.

Goldpreis erholt sich nach starkem Einbruch – Quelle: Tradingview

Warum Gold während eines Krieges fällt

Es klingt widersprüchlich, doch es gibt eine logische Erklärung. In extremen Stressmomenten suchen Anleger nicht nach Gold, sondern nach Cash. Sie verkaufen alles Wertvolle, einschließlich profitabler Goldpositionen, um Liquidität zu sichern.

Zudem lasten zwei spezifische Faktoren auf Gold. Die steigenden Zinserwartungen machen das Edelmetall weniger attraktiv, da Gold keine Zinsen abwirft. Und der starke Dollar, der von der Flucht in Sicherheit profitiert, verteuert Gold für Investoren außerhalb der USA.

Das Ergebnis ist, dass sich Gold derzeit eher wie eine riskante Anlage verhält als wie der sichere Hafen, als der es normalerweise betrachtet wird.

Doppelte Belastung für Silber

Silber steht noch stärker unter Druck. Als Edelmetall und Industriematerial wird es doppelt getroffen. Der fallende Goldpreis zieht Silber mit nach unten, während die schwächeren Wirtschaftsaussichten durch hohe Energiepreise die industrielle Nachfrage dämpfen.

Der Rückgang von mehr als 10 % am frühen Tag zeigt, wie anfällig Silber in solch einer Marktlage ist.

Zuerst verkaufen, dann kaufen

Die aktuelle Reaktion folgt einem bekannten historischen Muster. Bei früheren großen Schocks, wie 2008, 2020 und 2022, fiel Gold zunächst mit dem breiteren Markt. Erst danach folgte meist ein längerer Anstieg, oft getrieben durch die Geldschöpfung und Zinssenkungen, mit denen Zentralbanken die Wirtschaft stützen wollten.

Wenn der aktuelle Konflikt letztlich zu einer wirtschaftlichen Schwächung führt und Zentralbanken gezwungen sind, erneut die Geldschleusen zu öffnen, könnte Gold davon profitieren. Doch noch ist es nicht so weit. Kurzfristig bleibt der Markt extrem anfällig für jede neue Nachricht aus Washington und Teheran.

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