Der Bitcoin-Kurs ist schwach ins neue Handelswochenende gestartet. Nach einem deutlichen Rückgang am Sonntag bleibt die Stimmung fragil. Steigende geopolitische Spannungen verunsichern die Finanzmärkte, was Investoren dazu veranlasst, Risiken zu meiden und sichere Häfen wie Gold aufzusuchen. Auch der Kryptomarkt spürt diese Anspannung direkt.

Bitcoin-Kurs nach nervösem Wochenende unter Druck

Bitcoin (BTC) fiel am Sonntag stark und unterschritt kurzzeitig die Marke von 86.000 Dollar, was den niedrigsten Stand des Jahres markierte. In den frühen Morgenstunden gab es eine kleine Erholung in Richtung 87.700 Dollar, jedoch bleibt eine echte Entspannung aus.

Sean McNulty, Leiter des Derivatehandels für Asien-Pazifik bei FalconX, sieht darin vor allem eine Verschnaufpause. Der Markt zeigt wenig neuen Zustrom und Investoren bleiben abwartend. Das passt zum aktuellen Sentiment, das von Unsicherheit geprägt ist.

Auch Ethereum (ETH) konnte sich dem Verkaufsdruck nicht entziehen. Der Kurs fiel am Tiefpunkt um fast sechs Prozent und erholte sich danach etwas. Dennoch verharrt ETH auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Dezember.

Investoren ziehen massiv Geld aus Bitcoin-ETFs ab

Diese Vorsicht ist auch bei großen, institutionellen Investoren deutlich sichtbar. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten letzte Woche an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Kapitalabflüsse. Insgesamt handelte es sich um etwa 1,7 Milliarden Dollar, womit nahezu der gesamte Zufluss der Vorwoche wieder verdampft ist.

Das ist ein wichtiges Signal. Gerade diese Fonds galten als Treiber des jüngsten Interesses großer Akteure am Bitcoin-Kurs. Dass Investoren nun massenhaft Gewinne mitnehmen oder Risiken abbauen, zeigt, wie schnell die Stimmung umgeschlagen ist.

Kriegssorgen, Handelstarife und Gold auf Rekordhoch

Die Ursache der Unruhe liegt vor allem außerhalb des Kryptomarkts. Investoren sehen sich gleichzeitig mit mehreren geopolitischen Spannungen konfrontiert. Donald Trump droht mit hohen Importzöllen für Kanada, während Berichte über US-Kriegsschiffe kursieren, die Kurs auf den Iran nehmen. Auch in Washington steigt die Gefahr eines neuen politischen Shutdowns, was das Vertrauen weiter belastet.

In Asien häufen sich die Unsicherheiten. Der japanische Yen schwächt sich weiter ab und Investoren rechnen mit einem möglichen Eingriff der Regierung. Hinzu kamen Nachrichten über eine großangelegte militärische Säuberung in China, die das globale Marktsentiment erneut belastete.

In einem solchen Klima wählen Investoren Sicherheit. Das spiegelt sich unmittelbar im Gold wider, das die Marke von 5.000 Dollar pro Unze durchbrach und ein neues Rekordhoch erreichte. Es ist ein bekanntes Muster: Sobald Angst überwiegt, meiden Investoren risikoreiche Märkte wie Krypto und bewegen sich in Richtung sicherer Häfen.

Vorerst bleibt der Bitcoin-Kurs in dieser Unsicherheit gefangen. Solange geopolitische Spannungen zunehmen, bleibt jede Erholung anfällig und der Markt blickt gespannt auf die nächsten großen Nachrichten, die die Richtung bestimmen könnten.

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