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Die von den Vereinigten Staaten sanktionierte Krypto-Börse Garantex Europe könnte bereits Monate vor den jüngsten Maßnahmen einen Plan bereitgehalten haben, um ihre Aktivitäten fortzusetzen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Blockchain-Intelligence-Unternehmens TRM Labs hervor.
Das US-Finanzministerium verhängte über das Office of Foreign Assets Control (OFAC) am Donnerstag erneut Sanktionen gegen Garantex, zusammen mit dem Nachfolger Grinex. Die Börse wird von Behörden mit der Geldwäsche von Erlösen aus Ransomware-Angriffen, Transaktionen auf Darknet-Märkten und anderen illegalen Geldströmen in Verbindung gebracht. Laut dem OFAC verarbeitete Garantex zwischen 2019 und März 2025 Milliarden US-Dollar an Kryptotransaktionen.
Trotz einer internationalen Beschlagnahme der Infrastruktur im März 2025 scheinen die Sanktionen wenig Wirkung zu zeigen. Aus Daten der kirgisischen Regierung geht hervor, dass Grinex bereits im Dezember 2024 gegründet wurde, lange vor der Operation, und bereitstand, die Aktivitäten von Garantex zu übernehmen.
Ebenfalls transferierten Wallets von Garantex bereits im Januar 2025 Gelder in die an den russischen Rubel gekoppelte Stablecoin A7A5. Laut TRM Labs deutet dies darauf hin, dass das Unternehmen über die bevorstehenden Durchsetzungsmaßnahmen informiert war und bewusst ein sanktionsresistentes Zahlungssystem vorbereitete.
TRM Labs stellt fest, dass der Übergang zu Grinex sorgfältig geplant war. Unmittelbar nach der Beschlagnahme begannen mit Garantex verbundene Telegram-Kanäle, Grinex als verlässliche Alternative mit ähnlichen Funktionen zu bewerben.
Darüber hinaus spielte die Kryptobörse Meer möglicherweise eine Rolle bei der Umgehung der Sanktionen. Diese Börse wurde im selben Zeitraum wie Grinex und A7A5 registriert und verzeichnete nach der Schließung von Garantex einen starken Anstieg des Handelsvolumens. Dies deutet laut TRM Labs auf eine Nutzung als zusätzlicher Kanal zur Verlagerung illegaler Gelder hin.
Die Einführung des A7A5-Tokens war entscheidend für den Übergang von Garantex zu Grinex. Mit dieser Stablecoin konnten eingefrorene Kundenguthaben schnell freigegeben und verschoben werden, wodurch die Auswirkungen der Sanktionen erheblich begrenzt wurden.
TRM Labs bezeichnet die Verflechtung zwischen Garantex, Grinex und A7A5 als ein wichtiges Beispiel dafür, wie fiatgebundene Token mit intransparenter Governance zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden können. Laut dem Unternehmen zeigt dieser Fall, dass derartige Token, die oft als reguläre Zahlungs- oder Ausgleichsmittel präsentiert werden, eine zentrale Rolle bei der Ermöglichung illegaler Transaktionen spielen können, wenn sie innerhalb sanktionierter Netzwerke eingesetzt werden.
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