Nordkoreas immer aggressivere Cyberangriffe und der Milliardenraub durch Kryptowährungen könnten möglicherweise während des G7-Gipfels nächsten Monat in Alberta, Kanada, zur Sprache kommen. Das berichten Quellen aus dem Umfeld der Gipfelorganisation der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Obwohl die Kriege in der Ukraine und Gaza vermutlich die Gespräche dominieren werden, wächst die internationale Besorgnis über Nordkoreas digitale Taktiken. Die gestohlenen Kryptowährungen stellen eine wichtige Finanzierungsquelle für das Regime dar, einschließlich seiner Kernprogramme.
Milliardenverlust durch Hacks
Laut Analysefirma Chainalysis waren nordkoreanische Hacker im Jahr 2024 für mindestens 47 Angriffe verantwortlich, gut für über $1.3 Milliarden an erbeuteten Kryptowährungen. Bei dem Angriff auf Bybit im Februar 2025 wurden $1.4 Milliarden gestohlen, was den größten Vorfall in der Branche darstellt.
Gruppen wie Lazarus operieren weltweit und setzen auch Freelancer ein, die sich als harmlose ITler ausgeben. Im April wurden drei Scheinfirmen mit nordkoreanischen Hackern in Verbindung gebracht, von denen zwei in den USA ansässig sind. Sie lieferten Malware an ahnungslose Entwickler, um neue Opfer zu schaffen.
Die Krypto-Börse Kraken konnte kürzlich einen Infiltrationsversuch eines nordkoreanischen Hackers vereiteln. Der Kandidat fiel während eines Tests mit gefälschten Identitäten durch, eingerichtet von Nick Percoco, dem Sicherheitschef von Kraken.
Internationale Ansatz auf dem Tisch
Die Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea schlugen bereits im Januar Alarm. Sie warnten, dass nordkoreanische ITler nicht nur Code schreiben, sondern auch als ‚interne Bedrohungen‘ innerhalb von Unternehmen agieren, die in der Kryptobranche tätig sind.
Die G7 könnte während des Treffens in Kanada für mehr Zusammenarbeit im Bereich der Cybersecurity plädieren. Nicht nur, um Unternehmen zu schützen, sondern auch um zu verhindern, dass autoritäre Regime ihre Sanktionen über digitale Wege umgehen.
Die Nutzung gestohlener Kryptowährungen ermöglicht es Nordkorea, Geldströme außerhalb des traditionellen Finanzsystems zu generieren. Das macht die Cyberangriffe zu mehr als nur digitalem Diebstahl; sie werden zu einem geopolitischen Instrument.
Der Aufstieg des großangelegten Kryptodiebstahls zeigt, dass Kryptowährungen nicht nur finanzielle Risiken bergen, sondern auch eine Rolle in geopolitischen Spannungen spielen. Internationale Zusammenarbeit scheint dringender denn je.
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