Das große FTX kollabierte im November 2022, und Millionen von Menschen verloren dabei (einen Teil) ihrer Ersparnisse. Nun scheinen sie erneut beraubt zu werden. Während der Verurteilung von Sam Bankman-Fried gestern in den Vereinigten Staaten, äußerte der Gläubiger (ehemaliger FTX-Nutzer) Sunil Kavuri seine Unzufriedenheit über die Art und Weise, wie die Anwälte von Sullivan & Cromwell die Insolvenz von FTX begleiten.

Laut Kavuri verkauften sie die Token, die FTX besaß, zu gigantischen Rabatten. So planen sie, alle 41 Millionen Solana mit einem enormen Rabatt zu verkaufen.

Rabatt auf Solana?

Man könnte fast denken, dass unter dem Tisch Geld geschoben wird von den Anwälten, die die Insolvenz von FTX begleiten. Warum sollte man sonst 41 Millionen Solana, im Wert von 7,65 Milliarden Dollar, für 60 Dollar pro Token verkaufen. Das ist 68 Prozent weniger als der aktuelle Kurswert von Solana.

„Sullivan & Cromwell (Anwaltskanzlei FTX) hat unsere Eigentumsrechte mit Füßen getreten. Sie haben Milliarden von Dollar an Krypto-Assets liquidiert. Es gibt ein Token namens S&C, das für 11 Cent verkauft wurde und jetzt bei 2 Dollar handelt. FTX hatte 10 Milliarden Dollar an Solana und verkaufte diese mit einem Rabatt von 70 Prozent“, so Kavuri.

Die große Frage ist natürlich, warum FTX das tun würde. Eine mögliche Erklärung ist, dass sie denken, der Markt könnte einen Verkauf an den Börsen nicht verkraften, aber man kann sich doch nicht vorstellen, dass Solana nicht liquide genug ist, um dies ohne einen Rückgang von fast 70 Prozent zu bewältigen.

FTX scheint bereits mit dem Verkauf von Solana begonnen zu haben. So bestätigte das kanadische Blockchain-Unternehmen Neptune Digital Assets, dass es 26.964 Solana für 64 Dollar pro Token gekauft hat. Das ergibt einen Rabatt von 67 Prozent gegenüber dem Marktpreis der Münze.

Warum gibt FTX die Token nicht einfach zurück?

Dann stellt sich natürlich die Frage, warum FTX die Token nicht einfach zurückgibt. Das Problem dabei ist, dass es natürlich nicht genau die Token hat, die es jedem schuldet.

Wenn beispielsweise viel Bitcoin fehlt, während genügend Solana vorhanden ist, dann wäre es natürlich unfair, nur die Solana-Gläubiger zurückzuzahlen. Es ist dann besser, die Solana zu verkaufen, sodass jeder einen Teil seines Geldes zurückerhält.

Sam Bankman-Fried wird manchmal enorm ärgern über die Entwicklungen. FTX investierte nämlich früh in Solana und inzwischen würde es also bereits über 7 Milliarden Dollar an SOL besitzen. Damit könnte es bereits einen großen Teil der Schulden des Unternehmens begleichen.

In dieser Phase des Marktes hätte FTX es vielleicht überlebt und müsste nicht 25 Jahre ins Gefängnis. Aber letztendlich ist das nicht so gelaufen. Sam Bankman-Fried hat gewettet und verloren.

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