Über lange Zeit herrschte eine düstere Stimmung rund um Ethereum (ETH). Im Juni fiel die digitale Münze sogar auf ein lokales Tief von 2.170 Dollar. Inzwischen ist es jedoch eine ganz andere Geschichte: Der Token notiert mit einem Kurs von 4.300 Dollar auf seiner höchsten Bewertung seit 2021. Das führt dazu, dass eine enorme Anzahl von Adressen im Gewinn ist, eine Situation, die möglicherweise auch Risiken mit sich bringt.
ETH erreicht historisches Gewinnniveau
Aus neuen Daten von Sentora geht hervor, dass derzeit ganze 97 Prozent aller Adressen mit ETH im Plus sind. Ein so hoher Prozentsatz wurde zuletzt während des Bullenlaufs 2021 gesehen, einer Phase, auf die schließlich kräftige Korrekturen folgten.
Die Ursache für das enorm hohe Gewinnverhältnis liegt in der starken Unterbewertung von Ethereum in den vergangenen Monaten. Wir sahen eine lange Phase, in der Bitcoin (BTC) immer neue Höchststände erreichte, während ETH relativ wenig an Wert zulegte. Es erreichte sogar seine niedrigste Bewertung gegenüber der größten Kryptowährung seit über fünf Jahren.
Das bärische Sentiment sorgte in dieser Zeit dafür, dass viele schwache Hände aus dem Markt gefiltert wurden. Die Verlierer sind verschwunden, wodurch der Großteil der aktuellen Halter nun im Gewinn ist.
Unternehmen sorgen für starken Boden
In der Vergangenheit zeigte sich oft, dass die 90-Prozent-Grenze einen Kipppunkt darstellte. Sobald eine überwältigende Mehrheit im Plus war, folgten häufig Gewinnmitnahmen, die den ETH-Kurs fallen ließen.
Ein Aspekt, der die aktuelle Situation jedoch anders macht, ist das Aufkommen mehrerer Unternehmen mit einer Ethereum-Reserve. Diese Akteure haben in letzter Zeit Altcoin im Wert von Milliarden Dollar gekauft, mit der Absicht, sie für lange Zeit zu halten.
Auch die amerikanischen Spot-Börsenfonds für Ethereum sind enorm gefragt. Gestern wurde sogar ein neuer Rekord aufgestellt, mit einem Zufluss von mehr als 1 Milliarde Dollar an einem Tag.
Das Positive daran ist, dass selbst wenn diese Unternehmen auf beträchtlichen Gewinnen sitzen, sie ihre Positionen wahrscheinlich nicht verkaufen werden. Dadurch kann das Gewinnverhältnis noch viel weiter ansteigen, ohne dass dies unmittelbar zu massiven Gewinnmitnahmen führt.
Aber wenn der Preis weiter steigt, folgt letztlich doch ein Kipppunkt, an dem Anleger ihre Positionen verkaufen. Dies muss jedoch nicht das Ende des Bullenlaufs bedeuten. Sobald Händler mit großen Gewinnen aussteigen, kommen oft wieder neue Käufer in den Markt. Diese legen dann die Grundlage für einen neuen Boden.
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