Die Stimmung auf dem Kryptomarkt hat einen extremen Tiefpunkt erreicht. Der bekannte Fear & Greed Index weist auf einer Skala von 0 bis 100 einen Wert von 9 Punkten auf. Normalerweise deutet ein solches Niveau auf ausgeprägten Pessimismus unter Anlegern hin. In solchen Momenten neigen Menschen dazu, Bitcoin aufzugeben.

Dies spiegelt sich auch in den Google-Suchanfragen nach „Bitcoin going to zero” wider, die derzeit auf Rekordhöhen steigen. Traditionell sehen viele Anleger solche Momente gerade als potenzielle Kaufgelegenheit. Neue Analysen stellen diese bekannte Strategie jedoch in Frage.

Immer mehr Menschen suchen bei Google nach „Bitcoin going to zero”. Quelle: Google Trends

Panik als klassisches Signal für Bodenbildung

Historisch gesehen fallen starke Kursrückgänge oft mit einer Explosion negativer Stimmungen zusammen. Narrative über einbrechende Preise und totale Verluste tauchen in der Regel auf, wenn schwächere Anleger kapitulieren und ihre Positionen verkaufen.

Einigen Marktanalysten zufolge ist genau diese Kapitulation der Beginn einer Erholung. Wenn der Pessimismus seinen Höhepunkt erreicht, könnte der größte Abverkauf bereits hinter uns liegen und Raum für eine neue Aufwärtsphase schaffen.

Das Konzept, zu kaufen, wenn die Angst am größten ist, gehört seit Jahren zu den bekanntesten Regeln im Bereich Kryptowährungen.

Neue Daten stellen diese These infrage

Dennoch ist dieses Bild weitaus komplexer, als häufig angenommen wird. Aktuelle Analysen zeigen, dass die durchschnittlichen Renditen in den drei Monaten nach einer Phase extremer Angst historisch gesehen relativ begrenzt waren.

Tatsächlich traten die höchsten kurzfristigen Renditen gerade in Zeiten extremer Gier auf, als der Markt bereits stark im Aufwind war. Dies deutet darauf hin, dass Momentum und Trendstärke wichtiger sein können als ein rein negatives Sentiment.

Nach dieser Sichtweise ist der Fear & Greed Index vor allem ein nachlaufender Indikator, der das aktuelle Momentum widerspiegelt, aber wenig Vorhersagekraft für die kurze Frist hat.

Zeithorizont bestimmt die Antwort

Kritiker dieser Analyse verweisen jedoch auf den gewählten Betrachtungszeitraum. Während die ersten drei Monate nach extremer Angst manchmal schwach abschneiden, zeigt sich auf längere Sicht ein ganz anderes Bild.

Historisch gesehen brachten Käufe während extremer Angst über einen Zeitraum von zwölf Monaten sehr hohe Renditen. Dies stützt die Annahme, dass solche Momente eher für langfristige Käufe als für schnelle Gewinnmitnahmen geeignet sind.

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