Extreme Hitze, Dürre und Überschwemmungen sorgen weltweit für beispiellose Preisanstiege bei Lebensmitteln. Das zeigt eine neue Studie zu sechzehn Wetterereignissen zwischen 2022 und 2024. Die steigenden Kosten treffen Verbraucher direkt im Geldbeutel und drohen auch breitere gesellschaftliche Folgen zu haben.
Kakao, Reis und Olivenöl deutlich teurer
In Westafrika führte eine Hitzewelle Anfang 2024 zu einem erschreckenden Anstieg der Kakaopreise um 280 Prozent. Ghana und die Elfenbeinküste, zusammen fast 60 Prozent der Weltproduktion, erlebten Ernteausfälle. In Japan stieg der Reispreis nach einem rekordheißen Sommer um 48 Prozent, während Südkorea mit einem Kohlpreisanstieg von 70 Prozent zu kämpfen hatte.
Auch in Europa waren die Auswirkungen spürbar. Olivenöl wurde im Januar 2024 durch langanhaltende Dürre in Spanien und Italien um über 50 Prozent teurer. Im Vereinigten Königreich führte ein extrem nasser Winter zu einem Anstieg der Kartoffelpreise um 22 Prozent.
Ungesunde Entscheidungen und politische Spannungen
Laut Forschern des unter anderem Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung trifft dies vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen. Sie geben relativ viel für Essen aus und müssen häufiger zu billigeren, weniger nahrhaften Alternativen greifen. Das erhöht Gesundheitsrisiken wie Fettleibigkeit, Diabetes und Herzkrankheiten.
Darüber hinaus warnen die Autoren vor gesellschaftlichen Unruhen. Preissteigerungen durch Klimastress können ähnlich wie beim Arabischen Frühling soziale Spannungen schüren. Experten bezeichnen den Anstieg der Lebensmittelpreise mittlerweile als die zweit spürbarste Auswirkung des Klimawandels, direkt nach extremer Hitze.
Strukturelles Risiko für die Ernährungssicherheit
Die Studie zeigt, dass extreme Wetterbedingungen nicht länger nur vereinzelt auftreten, sondern immer häufiger vorkommen und stärker werden. Vor allem Regionen, die für einen großen Teil der Weltproduktion spezifischer Kulturen wie Kakao oder Kaffee verantwortlich sind, sind anfällig.
Die Forscher fordern schnelles Handeln: nicht nur durch die Reduzierung von CO2-Emissionen, sondern auch durch bessere Wettervorhersagen, Risikomanagement und klimaresistente Landwirtschaft. Ohne Eingreifen droht eine permanente Kostenkrise im Nahrungsmittelsystem, mit allen daraus resultierenden Folgen.
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