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Der freie Fall des Ethereum-Kurses (ETH) setzt Unternehmen mit großen Krypto-Reserven unter Druck. Während die Coin auf das niedrigste Niveau seit Juli zusteuert, summieren sich die Verluste auf Milliardenbeträge. Vor allem BitMine, der größte börsennotierte ETH-Halter, bekommt die Kursverluste heftig zu spüren.
Ethereum ist in weniger als einem Monat um mehr als 30 Prozent gefallen. Der Kurs rutschte jüngst unter die psychologisch wichtige Marke von 3.000 Dollar und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens sogar nur noch bei 2.680 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit Juli.
Mit dem Kursrückgang wachsen die Sorgen. Die Positionen von Unternehmen mit großen ETH-Reserven geraten zunehmend unter Druck. Unter anderem BitMine, einer der größten öffentlichen Ethereum-Halter, steckt in Schwierigkeiten. Der Bitcoin-Miner sitzt derzeit auf einem unrealisieren Verlust von 3,7 Milliarden Dollar.
Aus Daten von StrategicReserve geht hervor, dass BitMine 3,56 Millionen ETH hält. Beim aktuellen Kurs von rund 2.680 Dollar ergibt das eine Gesamtbewertung von 9,6 Milliarden Dollar.
Auch andere Unternehmen wie Galaxy Digital, The Ether Machine und SharpLink melden deutliche Verluste von 25 bis 48 Prozent auf ihre Ethereum-Bestände. Die finanzielle Lage dieser Firmen verschlechtert sich rapide, während der Ethereum-Kurs im freien Fall ist.
Viele von ihnen weisen inzwischen einen mNAV (market Net Asset Value) von unter eins aus. Das bedeutet, dass der gesamte Unternehmenswert geringer ist als die Kryptos, die sie in der Bilanz führen. Damit wird es für diese Firmen schwieriger – oder sogar unmöglich –, noch externe Finanzierung zu bekommen.
In einem Extremszenario droht eine Abwärtsspirale, wenn diese Unternehmen gezwungen sind, ihre ETH-Positionen zu verkaufen. Viele von ihnen haben ihre Bestände nämlich mit geliehenem Geld finanziert. Um Rückzahlungsverpflichtungen nachzukommen, könnten sie zu Ethereum-Verkäufen gezwungen sein. Das würde den Kurs weiter unter Druck setzen, neue Verluste verursachen und zu noch mehr Verkäufen führen – eine Abwärtsspirale mit potenziell gravierenden Folgen.
Trotz der blutigen Korrektur bleibt Tom Lee, Chairman bei BitMine, bei seiner optimistischen Prognose. Seiner Ansicht nach steht Ethereum am Beginn eines Superzyklus, vergleichbar mit dem von Bitcoin (BTC), mit einem möglichen Anstieg um das 100-Fache. Die jüngsten Rückgänge betrachtet er vielmehr als Chance zur langfristigen Akkumulation. Die Volatilität ist seiner Meinung nach ein wesentlicher Bestandteil des Wachstumsprozesses.
Dennoch gibt es kurzfristig weiterhin Signale, die Anlass zur Sorge geben. Der niederländische Analyst Ted weist darauf hin, dass Ethereum unter die entscheidende Unterstützungszone bei 2.800 Dollar gefallen ist.
Seiner Einschätzung nach ist eine Rückeroberung dieses Niveaus notwendig, um weitere Verluste zu verhindern. Bleibt ein solcher Durchbruch aus, erscheint ein Rückgang in Richtung der nächsten Unterstützung um 2.500 Dollar wahrscheinlich.
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