Der Ethereum (ETH) Kurs ist stark gefallen und erreichte den tiefsten Stand seit acht Monaten. Die zweitgrößte Kryptowährung verlor in kurzer Zeit erheblich an Wert, während sich die Stimmung auf dem breiteren Kryptomarkt weiter verschlechtert.

Anleger ziehen sich massenhaft aus risikoreichen Anlagen wie Ethereum und Bitcoin (BTC) zurück, was zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugt.

Ethereum-Kurs stark unter Druck durch nachlassende Risikobereitschaft

Der Ethereum-Kurs fiel am Donnerstag um zweistellige Prozentsätze auf rund 1.900 Dollar. Dieses Niveau wurde zuletzt im Frühjahr 2025 erreicht. In den vergangenen Monaten ist der ETH-Kurs ohne erkennbare Erholung stetig gefallen.

Laut Marktbeobachtern liegt die Ursache nicht in einem spezifischen Nachrichtenereignis. Es handelt sich vielmehr um eine breitere Verschiebung der Risikobereitschaft auf den Finanzmärkten. Anleger werden vorsichtiger, die Liquidität trocknet aus und spekulative Anlagen werden zuerst verkauft.

Ethereum wird häufig in dezentralen Finanzanwendungen und als Sicherheiten bei Kreditgeschäften genutzt. Ein anhaltender Kursrückgang erhöht daher das Risiko von Zwangsliquidationen, was den Verkaufsdruck weiter verstärken könnte.

Bitcoin-Kurs zieht Altcoins mit nach unten

Nicht nur Ethereum steht unter Druck. Auch der Bitcoin-Kurs verzeichnete in diesem Monat einen deutlichen Rückgang. BTC fiel am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit dem Herbst und verlor in kurzer Zeit erheblich an Wert.

Der Rückgang von Bitcoin wirkt sich auf den gesamten Markt aus. Altcoins folgen nahezu ausnahmslos der gleichen Richtung. Auch kryptowährungsbezogene Börsenfonds und Unternehmen mit großen Bitcoin-Reserven sind betroffen.

Analysten weisen darauf hin, dass sich Kryptowährungen derzeit wie klassische risikoreiche Anlagen verhalten. In Zeiten der Unsicherheit werden diese Positionen genutzt, um schnell Liquidität freizusetzen.

Angst vor weiterer Verknappung der Liquidität

Zusätzliche Unruhe entstand nach politischen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten. Anleger befürchten, dass die Geldpolitik weniger unterstützend wird, was zu einer weiteren Verschärfung der finanziellen Bedingungen führen könnte.

Das Forschungsinstitut Kaiko spricht von einer besorgniserregenden Kombination aus fallender Marktwerten, zunehmender Volatilität und abnehmender Liquidität. Diese Mischung macht den Markt besonders anfällig für plötzliche und scharfe Kursbewegungen.

Hinzu kommt, dass erneut Kapital aus Spot-ETFs abfließt, die an Ethereum gekoppelt sind. Dies ist bereits der dritte Monat in Folge mit Nettoabflüssen aus diesen Fonds, was das Vertrauen in eine kurzfristige Erholung weiter unter Druck setzt.

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