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Die indische Regierung hat Smartphone-Hersteller verpflichtet, auf allen neuen Geräten eine nicht löschbare Cybersicherheits-App vorzuinstallieren. Die Maßnahme soll digitale Betrugsfälle und Smartphone-Diebstähle eindämmen. Doch die Pläne stoßen bereits jetzt auf erheblichen Widerstand.
Einem Erlass des indischen Telekommunikationsministeriums zufolge müssen Smartphone-Hersteller wie Apple, Samsung, Xiaomi, Vivo und Oppo innerhalb von 90 Tagen sicherstellen, dass die Regierungs-App Sanchar Saathi auf allen neuen Geräten installiert ist.
Für Geräte, die sich bereits in der Vertriebskette befinden, soll die App per Software-Update ausgerollt werden. Die Anweisungen wurden nicht öffentlich gemacht, sondern vertraulich an die betroffenen Unternehmen übermittelt.
Die App, die seit Januar verfügbar ist, ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, gestohlene oder verlorene Telefone über eine zentrale Datenbank zu orten und zu sperren. Außerdem hilft das Tool dabei, betrügerische Mobilfunkanschlüsse zu identifizieren und zu deaktivieren. Nach Angaben der Regierung wurden seit dem Start bereits mehr als 3,7 Millionen Telefone blockiert und über 30 Millionen betrügerische SIM-Karten abgeschaltet.
Die Regierung bezeichnet die App als unverzichtbar für die nationale Cybersicherheit. Sie verweist unter anderem auf den Missbrauch gefälschter IMEI-Nummern – einzigartiger Identifikationscodes von Mobiltelefonen, mit denen Kriminelle Netze ausnutzen und Identitätsdiebstahl begehen können.
Die Maßnahme stößt bei Datenschutzaktivisten und Technologieunternehmen auf Kritik. So erklärt die Internetrechte-Anwältin Mishi Choudhary:
„Die Regierung nimmt den Nutzern de facto die Möglichkeit, eine wirklich informierte Einwilligung zu geben.“
Apple soll Medienberichten zufolge nicht bereit sein, die App vorab auf seinen Geräten zu installieren. Laut einer Quelle mit direkter Kenntnis der Vorgänge verbietet die Firmenpolitik das Vorladen von staatlichen oder externen Apps. Stattdessen wolle Apple über ein Modell verhandeln, bei dem Nutzer die App freiwillig installieren können.
In Indien gibt es Schätzungen zufolge mehr als 1,2 Milliarden Mobilfunkverträge. Mitte 2025 lief Apple iOS auf rund 4,5 Prozent der 735 Millionen Smartphones im Land, der Rest nutzte Android.
Weder Apple noch andere Smartphone-Hersteller haben bislang öffentlich auf den Erlass reagiert. Das Telekommunikationsministerium hat ebenfalls noch keine Stellungnahme abgegeben.
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