Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben innerhalb kurzer Zeit Bitcoin (BTC) im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar akkumuliert. Bemerkenswert ist, dass die digitalen Währungen nicht gekauft, sondern größtenteils über staatlich verbundene Infrastruktur selbst geschürft wurden.

VAE vergrößern Bitcoin-Bestand durch eigenes Mining

Seit 2022 haben die Vereinigten Arabischen Emirate über 6.700 Bitcoin geschürft. Das geht aus aktuellen Daten der Analyseplattform Arkham hervor. Die Mining-Aktivitäten werden von Citadel Mining durchgeführt, einem Unternehmen, das direkt mit der Königsfamilie von Abu Dhabi verbunden ist.

Was bedeutet Mining?

Mining ist der Prozess, bei dem neue BTC-Coins erstellt werden. Um diese digitalen Coins zu verdienen, verifizieren Computer Transaktionen im Netzwerk und lösen komplexe Rechenaufgaben. Der Miner der dies zuerst schafft, erhält eine Belohnung in Bitcoin. Dadurch bleibt das Netzwerk sicher und es kommen schrittweise neue Tokens hinzu.

Die Mining-Aktivitäten von Citadel Mining laufen auf Hochtouren. Im Durchschnitt kommen täglich 4,2 neue BTC hinzu. Laut Arkham hält die VAE derzeit 6.782 BTC. Bei einem Kurs von 66.700 Dollar entspricht dies rund 452,7 Millionen Dollar.

Damit hat das Land einen erheblichen Buchgewinn von 344 Millionen Dollar erzielt, exklusive Energiekosten. Auffällig ist, dass der letzte Abfluss von BTC aus den Staatswallets bereits vor vier Monaten stattfand. Die Regierung scheint die geminten Coins seither größtenteils zu behalten, anstatt sie zu verkaufen.

Neben selbst gemintem Bitcoins besitzen die VAE auch Anteile an Bitcoin Exchange-Traded Funds (ETFs). Ende letzten Jahres erhöhte das Land seine Position im IBIT-Fonds von BlackRock erheblich auf über 500 Millionen Dollar zum damaligen Kurs.

Emirate sind seltene Ausnahme

Die VAE scheinen sich mit dem Mining langsam als eines der wenigen Länder zu positionieren, die eine eigenständige Bitcoin-Reserve aufbauen. Die Vereinigten Staaten führten im März 2025 ihre eigene strategische BTC-Reserve ein.

Laut Daten von BitcoinTreasuries sind die Vereinigten Staaten derzeit der größte Halter mit insgesamt 328.372 BTC, was 21,92 Milliarden Dollar entspricht. Der Unterschied zu den Emiraten besteht jedoch darin, dass dieser Bestand nicht aktiv aufgebaut wurde. Die Coins wurden nämlich durch Beschlagnahmungen erlangt. Die VAE hingegen bauen ihre Position bewusst durch eigenes Mining auf.

Nur wenige andere Länder betreiben ebenfalls eine solche Strategie. So kauft unter Anderem El Salvador seit 2021 aktiv Bitcoin. Das kleine mittelamerikanische Land besitzt derzeit 7.566 BTC, was etwa 505 Millionen Dollar entspricht.

Auch Bhutan betreibt Mining und hält derzeit 5.600 BTC im Wert von etwa 374 Millionen Dollar. Ein Großteil des Bestands wurde jedoch bereits verkauft. Zuvor verfügte das Land noch über 12.000 Bitcoin.

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