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Elon Musks Social-Media-Plattform X lotet hinter den Kulissen Auszahlungen an Content-Creator in Stablecoins aus. Damit könnte eines der größten sozialen Netzwerke der Welt Zahlungen über Krypto-Infrastruktur abwickeln.
Der Tech-Milliardär weiß aus einem anderen Unternehmen seines weit verzweigten Imperiums längst, welchen Nutzen ihm digitale Coins bringen können.
Dass X solche Auszahlungen prüft, berichtete die Kryptonachrichtenseite CoinDesk am Donnerstag unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person.
Gemeint sind Vergütungen für reichweitenstarke Nutzer, bezahlt in Stablecoins: Krypto-Coins, die 1:1 an den Dollar oder eine andere Fiatwährung gebunden sind. Genannt wird unter anderem USDC von Circle, nach Tethers USDT der größte Stablecoin dieser Kategorie.
Der Zeitpunkt der Meldung ist kein Zufall. X stellt derzeit sein gesamtes Vergütungssystem um; das bisherige Revenue Sharing wird durch das Original Content Rewards Program ersetzt.
Das Programm soll nach Angaben des Unternehmens „Creator belohnen, die originelle Ideen, Fachwissen, Berichterstattung, Kreativität und Kommentare zu X bringen“.
Im März holte X zudem Benji Taylor als Designchef. Er hatte zuvor das Design von Base geleitet, dem Blockchain-Netzwerk der Kryptobörse Coinbase.
Bei Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX laufen die Zahlungsströme bereits über diese Infrastruktur. Starlink verkauft Satelliteninternet in mehr als 100 Ländern, und gerade in Schwellenländern sind Banküberweisungen langsam und unzuverlässig.
SpaceX arbeitet deshalb mit dem Zahlungsdienstleister Bridge zusammen. Lokale Zahlungen werden direkt in Stablecoins umgewandelt und in die globale Kasse transferiert, bevor sie wieder in Dollar zurückgetauscht werden.
Der Tech-Konzern Meta ist diesen Schritt schon gegangen. Seit April zahlt das Unternehmen ausgewählte Facebook-Creator in Kolumbien und auf den Philippinen über die Netzwerke Polygon (POL) und Solana (SOL) in USDC aus.
Meta will die Option bis Ende 2026 auf mehr als 160 Märkte ausweiten. Dann könnten auf einen Schlag sehr viele Nutzer von den Vorteilen des digitalen Dollars profitieren.
Das Unternehmen zahlte 2025 knapp 3 Milliarden Dollar an Creator aus. Jede Einsparung von einem Prozent bei den Auszahlungen bringt damit rund 30 Millionen Dollar pro Jahr. Auf Polygon kostet ein Transfer weniger als einen Cent.
X und Meta sind längst keine Ausnahmen mehr. Der Autohersteller Hyundai transferierte im Juli per Stablecoins 20.000 Dollar von seiner US-Tochter an seine mexikanische Tochtergesellschaft – in etwa sieben Minuten statt in drei bis vier Stunden über die Bank.
Andere Unternehmen setzen lieber auf ihren eigenen Coin. So nutzt PayPal PYUSD für Zahlungen innerhalb der eigenen App.
Der Geldtransferkonzern Western Union lancierte in diesem Jahr USDPT auf Solana, um Überweisungen an Familienangehörige im Ausland zu beschleunigen. Der Zahlungsabwickler Fiserv entwickelte FIUSD für kleinere Banken.
Und selbst Fidelity, einer der größten Vermögensverwalter der Welt, stellte Anfang dieses Jahres seinen Fidelity Digital Dollar (FIDD) vor. Kunden wickeln damit den Handel mit tokenisierten Anlagen intern ab; die Zinsen auf die Reserven verbleiben bei Fidelity.
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