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Der Stablecoin-Emittent Circle fordert die Europäische Union auf, zentrale Bestimmungen der MiCA-Verordnung zu überarbeiten. Das Unternehmen hinter USDC und EURC warnt, dass die geltenden Vorgaben Emittenten zu stark von Geschäftsbanken abhängig machen könnten. Regeln, die den Markt sicherer machen sollen, könnten nach Einschätzung von Circle damit neue Risiken schaffen.
Die Forderung ist Teil von Circles Stellungnahme zu einer Konsultation der Europäischen Kommission. Brüssel prüft, wie sich die europäischen Kryptoregeln in der Praxis bewähren und wo Anpassungen nötig sind.
Stablecoins wie USDC sollen ihren Wert stabil halten. Ein USDC soll beispielsweise stets etwa einen US-Dollar wert sein. Damit Nutzer ihre Coins jederzeit einlösen können, hält Circle finanzielle Reserven vor.
Bei diesen Reserven sieht das Unternehmen jedoch ein Problem. Nach MiCA müssen Emittenten bestimmter Stablecoins mindestens 30 Prozent ihrer Reserven als Einlagen bei Geschäftsbanken halten. Bei Stablecoins, die als signifikant eingestuft werden, kann dieser Anteil auf 60 Prozent steigen.
Nach Einschätzung von Circle entsteht dadurch eine neue Schwachstelle. Gerät eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten, könnte ein Teil der Reserven vorübergehend nicht verfügbar sein.
Das Unternehmen erlebte dies selbst im März 2023. Damals lagen rund 3,3 Milliarden Dollar der USDC-Reserven bei der Silicon Valley Bank. Als die Bank zusammenbrach, war unklar, ob Circle auf das Geld zugreifen konnte. USDC verlor daraufhin vorübergehend seine Dollarbindung.
Die Lage stabilisierte sich, nachdem die US-Behörden Maßnahmen zum Schutz der Kundeneinlagen bei der Bank ergriffen hatten.
Circle fordert Brüssel deshalb auf, die festen Quoten erneut zu prüfen. Die Regeln sollten nach Ansicht des Unternehmens stärker berücksichtigen, wie liquide die Reserveanlagen sind. Je schneller sich die Reserven verfügbar machen lassen, desto leichter kann ein Emittent viele Nutzer auszahlen, wenn diese ihre Stablecoins gleichzeitig einlösen wollen.
Circle will zudem mehr Spielraum bei der Streuung seiner Reserven. So dürfen höchstens 35 Prozent auf Anlagen entfallen, die mit einem einzelnen Staat verbunden sind. Auch für den Anteil der Reserven, der bei einer einzelnen Bank hinterlegt werden darf, gelten Obergrenzen.
Ein flexiblerer Ansatz könnte nach Einschätzung von Circle die Verwaltung der Reserven für USDC und EURC effizienter machen.
Das Unternehmen fordert Brüssel außerdem auf, die sogenannte Multi-Issuance weiterhin zu ermöglichen. Dabei geben sowohl ein zugelassenes europäisches Unternehmen als auch ein regulierter Anbieter außerhalb der Europäischen Union denselben Stablecoin aus.
Für weltweit genutzte Stablecoins ist dieses Modell laut Circle wichtig. Schränkt Europa es zu stark ein, könnten europäische Nutzer nach Einschätzung des Unternehmens zu ausländischen Anbietern wechseln, die nicht der MiCA-Aufsicht unterliegen. Der Schutz europäischer Nutzer könnte dadurch sogar geschwächt werden.
Circle ist nicht der einzige Akteur, der Änderungen vorschlägt. Auch das Hyperliquid Policy Center hat sich an der europäischen Konsultation beteiligt und befasst sich dabei unter anderem mit Perpetual Futures.
Mit diesen Derivaten können Händler auf steigende oder fallende Kryptokurse setzen, ohne die zugrunde liegenden digitalen Vermögenswerte selbst zu besitzen. Anders als herkömmliche Futures haben Perpetual Futures keinen festen Verfallstermin.
Das Hyperliquid Policy Center ist der Ansicht, dass diese Produkte unter die bestehenden europäischen Vorschriften für Finanzinstrumente und Derivate fallen sollten, darunter MiFID II. Die Organisation plädiert außerdem dafür, Daten öffentlicher Blockchains zur Erfüllung bestimmter Transparenz- und Meldepflichten nutzen zu können.
Die Global Blockchain Business Council fordert unterdessen klarere Vorgaben für die Einstufung verschiedener Token-Arten. Die europäischen Stablecoin-Regeln sollten sich nach Ansicht der Organisation zudem stärker an den tatsächlichen Risiken orientieren. Unnötige Überschneidungen zwischen MiCA und den europäischen Vorschriften für Zahlungsdienste müssten vermieden werden.
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