Die Magnum Ice Cream Company (MICC) ist heute eigenständig an die Börse gegangen. Die ausgegliederte Eissparte von Unilever wird ab sofort in Amsterdam, London und New York gehandelt. Anleger erhielten automatisch Aktien, sind aber unsicher, ob es klug ist, diese zu halten.
Größter Speiseeishersteller weltweit nun eigenständig
Der Börsengang von Magnum ist der größte des Jahres in Amsterdam. Unilever beschloss, sein Eissortiment abzuspalten, um sich vollständig auf Marken wie Knorr, Dove und Hellmann’s zu konzentrieren. Das neue Unternehmen umfasst unter anderem die Marken Magnum, Ben & Jerry’s, Cornetto und Ola.
Anleger erhielten für je fünf Unilever-Aktien automatisch eine Magnum-Aktie. Der Eröffnungskurs lag bei 12,20 Euro und stieg in der ersten Stunde auf rund 12,90 Euro an. Damit wird das Eisunternehmen auf etwa acht Milliarden Euro geschätzt.

Laut Analysten ist diese Bewertung niedrig. Der Referenzpreis von 12,80 Euro liegt laut Börsenkommentator Niels Koerts „deutlich unter dem tatsächlichen Wert“, den er zuvor auf zwanzig Euro pro Aktie schätzte. Dies könnte Spielraum für eine Kurskorrektur bieten, wenngleich Analysten auch mit einem Verkaufsdruck rechnen, da viele Anleger ihre ‚gratis‘ Magnum-Aktien direkt veräußern.
Ambitiöser Plan für Wachstum und Einsparungen
Magnum plant, in den kommenden Jahren in aufstrebenden Märkten wie Indien, Brasilien und Mexiko zu wachsen. Mit steigendem Einkommen und dem verbesserten Zugang zu Gefriergeräten erwartet das Unternehmen eine weltweit zunehmende Eiskonsumtion. Laut Prospekt wird der Markt von derzeit 75 Milliarden Euro bis 2029 auf 90 Milliarden Euro wachsen.
Mit einem Marktanteil von 21 Prozent ist Magnum bereits das größte unabhängige Eisunternehmen weltweit. Der Umsatz belief sich im vergangenen Jahr auf fast acht Milliarden Euro, bei einem Nettogewinn von 595 Millionen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen stark auf Kosteneinsparungen: Insgesamt sollen 500 Millionen Euro eingespart werden, durch effizientere Produktion und weniger Eis, das über die Welt transportiert wird.
Finanzchef Abhijit Bhattacharya bezeichnete die alte Struktur unter Unilever als behäbig und langsam. Als eigenständiges Unternehmen will er schnellere Entscheidungen treffen und verstärkt lokal produzieren. So hofft Magnum, bis zu 20 Prozent der Transportkosten einzusparen.
Zweifel an Gesundheitstrends und Dividende
Dennoch sind nicht alle begeistert. Einige Investoren äußern Bedenken hinsichtlich der Zukunft zuckerhaltiger Produkte, insbesondere, da Abnehmhilfen wie GLP-1 weltweit an Beliebtheit gewinnen. Auch das Fehlen einer Dividende im Jahr 2026 könnte die Aktie für konservative Anleger weniger attraktiv machen.
Analysten weisen zudem auf eine unsichere Aktionärsbasis hin. Da die meisten Aktionäre ihre Anteile unverlangt erhalten haben, besteht die Möglichkeit, dass viele verkaufen, sobald der Kurs günstig steht. Gleichzeitig gibt es großes Interesse seitens neuer Investoren: Eine kürzlich ausgegebene Anleihe in Höhe von drei Milliarden Euro wurde siebenfach überzeichnet.
CEO Peter ter Kulve sieht optimistisch in die Zukunft. Er verspricht ein wendigeres und ambitionierteres Unternehmen, das deutlich schneller agieren kann als unter Unilever. „Wir verstecken uns nicht länger im großen Ganzen. Das ist unsere Chance, zu glänzen.“
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