Die Debatte über Central Bank Digital Currencies (CBDCs) erhitzt sich weltweit. Milliardär und Hedgefonds-Manager Ray Dalio äußert sich entschieden zu den Risiken dieser digitalen Währungen. Seiner Ansicht nach erleichtern CBDCs zwar Zahlungen, bergen jedoch die Gefahr, ein machtvolles Instrument für staatliche Kontrolle zu werden.

Dalio sieht Gefahr in programmierbarem Geld

In einem Interview mit Tucker Carlson bezeichnet Dalio programmierbares Geld als ein „gefährliches Werkzeug“. CBDCs ermöglichen es, Geldströme genau zu überwachen, Steuern automatisch einzuziehen und sogar Personen vom Finanzsystem auszuschließen. „Das kann Effizienz bringen, aber das Missbrauchsrisiko ist enorm“, so Dalio.

Der Milliardär betont den grundlegenden Unterschied zu Bargeld: Bargeld bietet Freiheit und Anonymität, während digitale Währungen Kontrolle und Überwachung ermöglichen.

Europa entwickelt digitale Euro

In Europa arbeitet die Europäische Zentralbank (EZB) an einer eigenen CBDC: dem digitalen Euro. Diese Währung soll neben Bargeld verfügbar sein und direkten Zugang zu Zentralbankgeld ermöglichen. Die EZB verspricht, die Privatsphäre zu schützen, doch vollständige Anonymität scheint ausgeschlossen.

Zugleich wächst die Kritik. Gegner fürchten das Ende anonymer Zahlungen. Europa ist auch politisch gespalten: Einige Länder sehen den digitalen Euro als strategische Antwort auf die Dominanz amerikanischer Tech-Konzerne. Andere warnen vor zu viel staatlichem Einfluss auf den Zahlungsverkehr.

Weltweit viele Tests, wenige Einführungen

Obwohl weltweit Dutzende Länder mit CBDCs experimentieren, sind tatsächliche Einführungen selten. Nur Jamaika, Nigeria und die Bahamas haben bereits eine digitale Währung eingeführt. Große Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien befinden sich noch in der Testphase.

Europa gehört zu den Vorreitern, doch eine endgültige Entscheidung über den digitalen Euro wird erst in einigen Jahren erwartet.

USA setzen auf Stablecoins statt CBDCs

In den Vereinigten Staaten ist die Einführung eines digitalen Dollars inzwischen gesetzlich verboten. Unter Präsident Trump wurde dies festgelegt, und der aktuelle Finanzminister, Scott Bessent, bestätigte kürzlich, dass diese Politik beibehalten wird.

Stattdessen fokussieren sich die USA auf Stablecoins. Mit dem GENIUS Act möchte die US-Regierung diese an den Dollar gekoppelten Kryptowährungen regulieren und fördern. Auf diese Weise behalten Stablecoins ihre Rolle als digitaler Dollar, während die Regierung durch Regulierung Einfluss behält.

Laut Politikern stärkt dieses Modell die internationale Position des Dollars, gerade jetzt, da Länder wie China und Russland auf weniger Dollarabhängigkeit drängen.

Eine Frage bleibt offen

Die Ansätze variieren je nach Region: Europa setzt auf eine zentrale digitale Währung über die EZB, die USA bevorzugen regulierte, private Stablecoins. Doch laut Dalio bleibt eine grundlegende Frage unbeantwortet: „Wie viel Kontrolle über Geld wollen wir den Regierungen geben?“

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