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Die Europäische Kommission hat heute ein umfangreiches Notfallpaket vorgestellt, um einen drohenden Mangel an Flugzeugtreibstoff und Diesel abzuwenden. Die Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf die Energiekrise, die durch den Krieg mit Iran und die Schließung der Straße von Hormus entstanden ist.
Das Programm namens AccelerateEU setzt auf eine enge Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten. Brüssel will gemeinsam die Gasvorräte auffüllen, Ölreserven freigeben und nationale Notfallmaßnahmen harmonisieren, um die Versorgung mit Kerosin und Diesel sicherzustellen.
„Koordination ist der Schlüssel“, schreibt die Kommission in einer Pressemitteilung. Konkret bedeutet das, dass Länder ihre strategischen Vorräte teilen können, damit Flughäfen und Tankstellen nicht leer ausgehen.
Außerdem wird ein neues ‚Fuel Observatory‘ eingerichtet, das den Treibstoffmarkt genau überwacht. Die EU prüft auch, ob Flugbenzin aus den USA importiert werden kann, um die Lücke zu schließen.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont, dass die langfristige Lösung woanders liegt. „Wir müssen den Übergang zu eigener, sauberer Energie beschleunigen. Das gibt uns Energieunabhängigkeit und Sicherheit und lässt uns geopolitische Stürme besser überstehen.“
Die Dringlichkeit ist groß. Der Leiter der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, warnte letzte Woche, dass Europa noch „vielleicht sechs Wochen oder so“ Flugzeugtreibstoff hat, wenn die Versorgung blockiert bleibt.
Europa importiert 30 bis 40 Prozent seines Kerosins, etwa die Hälfte davon über den Nahen Osten. Kerosin wird aus Rohöl destilliert, was die Luftfahrt direkt von der Ölversorgung abhängig macht.
Durch die Schließung der Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, ist diese Versorgung nun eingeschränkt. Für Iran hat sich die Meerenge zu einem politischen Druckmittel entwickelt. Das Land nutzt die Ölzufuhr, um die USA und Europa im Konflikt unter Druck zu setzen.
Die Folgen sind bereits in der Luftfahrt spürbar. Lufthansa strich gestern 20.000 Flüge zwischen Mai und Oktober, um Treibstoff zu sparen. Die deutsche Gesellschaft gibt an, dass sich der Preis für Kerosin seit Kriegsausbruch verdoppelt hat.
KLM strich letzte Woche 160 Flüge für den kommenden Monat. Auch Gesellschaften in Asien und im Pazifik ziehen die Notbremse oder erhöhen ihre Preise.
Die Kommission blickt auch nach vorne. Verkehrsminister Apostolos Tzitzikostas erklärte Anfang dieser Woche, dass Brüssel prüft, ob Mitgliedstaaten verpflichtet werden sollten, eine minimale Notreserve an Kerosin vorzuhalten.
„Wir müssen auch auf zukünftige Schocks vorbereitet sein“, so Tzitzikostas. Akute Engpässe gebe es zwar noch nicht, doch die Vorräte in Teilen Europas stehen unter Druck.
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